Verantwortungsvoller Arbeitgeber

So viel Airport steckt in der Region

Mit 9.625 Mitarbeitern (inklusive Auszubildenden) ist der Flughafen München Konzern nach der Deutschen Lufthansa AG der zweitgrößte Arbeitgeber am Standort. Der benachbarte Arbeitsagenturbezirk Freising, der auch die Landkreise Dachau, Ebersberg und Erding umfasst, weist mit durchschnittlich 2,6 Prozent, trotz eines Anstiegs um 0,7 Prozent, eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten Deutschlands auf. Deutschlandweit kam es zu einem Anstieg um 0,9 auf 5,9 Prozent. 2018 lag jedes vierte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis in den Landkreisen Freising und Erding am Flughafen. Das Lohnniveau am Münchner Flughafen liegt zudem über den Durchschnittswerten aus verwandten Branchen im Verkehrs- oder Dienstleistungsbereich.

Daten und Fakten

Personalaufwand

Personalaufwand (Infografik)

Diversity: Vielfalt im Konzern

Der Münchner Airport profitiert von der Vielfalt seiner Mitarbeiter. Das Unternehmen respektiert – unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, kulturellem Hintergrund, sexueller Orientierung und Weltanschauung – alle Beschäftigten und berücksichtigt deren unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Um dieses Engagement zu dokumentieren, hat der Flughafen München die deutsche Charta der Vielfalt unterzeichnet und setzt sich damit für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld ein. Das Frauennetzwerk »MStars«, das den kontinuierlichen Austausch beruflich erfolgreicher Frauen innerhalb und außerhalb des Unternehmens fördert, oder die LGBTQ+-Initiative »Queerport« bereichern die Vielfalt am Flughafen. Außerdem strebt der Flughafen München Konzern eine kontinuierliche Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat und in den Leitungsebenen an.

Ziel
Bis 2022: Entwicklung von Diversity-Maßnahmen analog zu den Vielfaltsdimensionen der Charta der Vielfalt

Konzernlagebericht - Frauenquote

charta-der-vielfalt.de

Der Flughafen München hat 2020 die deutsche Charta der Vielfalt unterzeichnet.

Wohnraum für Mitarbeiter

Die FMG nimmt ihre Verantwortung als Arbeitgeber ernst und engagiert sich, um Wohnraum für Mitarbeiter bereitzustellen. Von möblierten Apartments – auch zur temporären Nutzung – bis hin zu Wohnhäusern umfasst das Angebot verschiedene Ausstattungen und Preiskategorien. In der Nachbargemeinde Hallbergmoos bietet der Konzern zudem 132 »Serviced Apartments« an. Das Wohnungsportfolio wird derzeit an die aktuelle Situation und den erwarteten Bedarf angepasst.

Tarifliche Rahmenbedingungen

Die Flughafen München GmbH ist als Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern e. V. an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gebunden. Die Beschäftigten der FMG erhalten eine betriebliche Altersvorsorge, die tariflich geregelt und über die bayerische Zusatzversorgungskasse für kommunale Arbeitgeber abgedeckt ist. Im März 2020 gab es für die Beschäftigten im Schnitt 1,06 Prozent mehr Gehalt. Die Laufzeit des Tarifvertrags endete am 31. August 2020. Die Ergebnisse der Verhandlungen zum TVöD im Herbst 2020 wurden für die Beschäftigten der FMG und AeroGround nicht übernommen. Stattdessen wurde im Dezember ein Notlagentarifvertrag für die deutschen Verkehrsflughäfen abgeschlossen, der den aktuellen äußerst negativen Entwicklungen im Luftverkehr und insbesondere auch am Flughafen München Rechnung trägt. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. September 2020. Er sieht vor, ab 1. Januar 2022 die Arbeitszeit der Beschäftigten um sechs Prozent reduzieren zu können. Die für die weiteren Beschäftigten im öffentlichen Dienst vereinbarte Lohnerhöhung wird verschoben. Erst ab Oktober 2022 erhalten die Flughafenbeschäftigten 1,4 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 50 Euro. Im Dezember 2020 erfolgte eine Corona-Sonderzahlung, die je nach Entgeltgruppe bis zu 800 Euro betrug.

Daten und Fakten

Die Mitarbeiter

Mitarbeiter Daten & Fakten (Infografik)

Familie und Gesundheit im Fokus

Die Konzernleitung ist davon überzeugt, dass ein familienfreundliches Arbeitsumfeld gute Leistung fördert. Viele Aktivitäten zielen außerdem darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten oder zu verbessern. Betriebliche Zusatzleistungen für eine gesunde Work-Life-Balance ergänzen das Angebot. Das Leistungsspektrum des Betrieblichen Gesundheits- und Sozialmanagements reicht von der Arbeitsmedizin über die Mitarbeiterverpflegung bis hin zur Beratung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Schutz vor Corona

2020 hatte der Schutz der Beschäftigten vor einer Infektion mit dem Coronavirus oberste Priorität. Mit einer angepassten Organisation stellte sich das Krisenmanagement der FMG den Herausforderungen der Corona-Pandemie: Aufklärung, aber auch Verhaltensregeln, Angebote zur Unterstützung, Hygienemaßnahmen und Homeoffice prägten den Arbeitsalltag im Berichtsjahr. Mit Erklärfilmen, FAQs im Internet, Plakaten, Handzetteln oder Gesprächen mit Führungskräften und dem Gesundheitsmanagement nutzte der Flughafen vielfältige Kommunikationsangebote, um seine Mitarbeiter auch während Kurzarbeit und am mobilen Arbeitsplatz bestmöglich zu unterstützen und zu sensibilisieren. Für die Beschäftigten gab es Mund-Nase-Masken, zum Schutz von Mitarbeitern mit Kundenkontakt erfolgte ferner eine schnelle Umsetzung weiterer Maßnahmen, wie das Aufstellen von Plexiglaswänden oder Abstandsmarkierungen in den Terminals.

BETSI leicht gemacht

Arbeitnehmer haben seit dem 1. Juli 2020 einen erheblich leichteren Zugang zu Präventionsprogrammen der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Dazu zählt auch das BETSI-Präventionsprogramm (BETSI = Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern). Die DRV trägt nun die gesamten Kosten für den Aufenthalt im Centrum für Prävention zuzüglich Reisekosten. Der Arbeitgeber leistet die Freistellung und Entgeltfortzahlung während der Initial- und Auffrischungsphase. Seit 2014 haben 163 Beschäftigte am BETSI-Präventionsprogramm teilgenommen. 2020 beendeten 13 Beschäftigte ihre Präventionsmaßnahme, ebenso viele haben im Oktober 2020 mit BETSI begonnen.

Mit »BEM« zurück in den Beruf

Der Flughafen München unterstützt alle Beschäftigten nach längeren Arbeitsunfähigkeitsphasen im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Dabei handelt es sich um ein freiwilliges und vertrauliches Verfahren zur Wiederherstellung, Förderung und zum Erhalt der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit. Sobald die Betriebsvereinbarung »IT-System BEM« zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber abgestimmt ist, werden 2021 Gesprächseinladungen an Beschäftigte mit Unterstützungsbedarf verschickt.

Der Flughafen für Azubis (Foto)
Der Flughafen bleibt auch in Krisenzeiten eine der Topadressen für Azubis.

Zukunftssicherung durch Aus- und Weiterbildung

Engagement für die nächste Generation

Der Flughafen München Konzern ist mit elf verschiedenen Ausbildungs- und dualen Studienrichtungen einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region. Für den Ausbildungsbeginn im Jahr 2020 gingen bei der FMG 1.189 Bewerbungen ein. Zum 1. September 2020 starteten 57 Auszubildende ihre berufliche Laufbahn beim Flughafen München. 15 Nachwuchskräfte entschieden sich für ein Bachelor-Studium in fünf unterschiedlichen dualen Studiengängen. Damit befanden sich konzernweit 287 Jugendliche zum 31. Dezember 2020 in der Ausbildung. Gleichzeitig beendeten im Berichtsjahr 49 junge Menschen ihre Ausbildung bei der FMG. Trotz großer Herausforderungen durch den Wegfall von Präsenzveranstaltungen oder durch mobil arbeitende Ausbildungs- und Lehrbeauftragte wegen der Pandemie gelang es auch 2020, die Qualität der Ausbildung lückenlos sicherzustellen. Technische Anforderungen wurden schnell und flexibel erfüllt, und allen Auszubildenden konnte eine Übernahme angeboten werden.

Ausgezeichnete Ausbildung

Der Flughafen München wurde von der Zeitschrift Focus Money erneut zum besten Ausbildungsbetrieb in der Branche »Flughäfen« ausgezeichnet. Trotz erschwerter Bedingungen durch die Pandemie schnitt ein Auszubildender im Beruf »Werkfeuerwehrmann« als Jahrgangsbester in Bayern ab.

Weltweite Partnerschaften mit Sister Airports

Internationale Austauschprogramme fördern die persönliche, fachliche, sprachliche und kulturelle Weiterentwicklung von Fach- und Führungskräften sowie den unternehmerischen Fortschritt des Flughafens München. Im Februar 2020 besuchten vier Auszubildende im Rahmen des europäischen Mobilitätsprogramms »Erasmus+« den Partnerflughafen in Prag. Die weiterhin für 2020 geplanten Austausche mit Athen und Wien mussten aufgrund der Corona-Krise entfallen. Um künftig auf halbvirtueller Basis einen intensiven Austausch zu ermöglichen, wurde das Modell »Blended Mobility« entwickelt. Außerdem waren im Februar 2020 Vertreter aus Denver, Nagoya, Singapur und Moskau in München zu Gast. Die weiterhin für 2020 geplanten gegenseitigen Besuche von Delegationen der Sister Airports mussten wegen der Corona-Krise verschoben werden. Dennoch blieb der Flughafen München mit seinen Sister Airports auf virtueller Ebene in Kontakt. In sogenannten »CEO Talks« tauschten sich die Geschäftsführer aus und bei virtuellen Besprechungen auf Arbeitsebene bearbeiteten Experten konkrete Themen und Projekte. 2021 sollen wieder Outgoings und Incomings in einem angepassten Format stattfinden.

Daten und Fakten

Sister Airports

Sister Airports Daten & Fakten (Weltkarte)

Airport Academy: Expertise für Bildung und Training

Der Flughafen München betreibt ein konzerneigenes Bildungszentrum mit knapp 50 Beschäftigten. Die Airport Academy ist »zertifizierter Bildungsträger« nach DIN ISO 9001:2015 und akkreditiertes Trainingsinstitut des Airports Council International (ACI). Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden die Qualifikationsmaßnahmen auf gesetzlich vorgeschriebene und betriebskritische Aktivitäten reduziert. Dies führte zu einem Rückgang auf 14.660 (2019: 35.950) Teilnehmertage von Konzernmitarbeitern und externen Kunden an Präsenzveranstaltungen und zu 10.540 (2019: 12.700) Teilnehmern an digitalen Lernformen, die vor allem Inhalte in den Bereichen Aviation und Security besuchten. Der Fokus der Airport Academy lag auf digitalen Lern- und Lehrformen. Neben der Umsetzung von Distanzlösungen mit Web Based Trainings, Webinaren und Virtual-Reality-Qualifikationen im Bereich der Flugzeugabfertigung wurde eine Learning Management Solution mit neuen Funktionalitäten implementiert. Im ersten Quartal 2023 soll die Airport Academy in ein neues Gebäude auf das Gelände des LabCampus umziehen.

Ziel
Bis 2024: Identifikation von Qualifizierungsbedarf durch veränderte Aufgaben

Jahresbericht Arbeitsschutz
munich-airport.de/publikationen

munich-airport.de/airportacademy-86699

Arbeitsschutz: fest in der Unternehmenskultur verankert

Gesundheitsschutz hat höchste Priorität

Der Flughafen München tritt gesundheitlichen Gefährdungen oder Risiken am Arbeitsplatz aktiv entgegen. Zur systematischen Steuerung von Arbeits- und Gesundheitsschutz im Konzern dienen Kennzahlen, die stetig überwacht und analysiert werden. Ziel ist es, Handlungsfelder zu identifizieren, um notwendige Maßnahmen ableiten zu können. 2020 standen der konzernübergreifende Austausch sowie die Kommunikation und Zusammenarbeit rund um Covid-19 im Mittelpunkt. Dieses Thema beherrschte auch die konzernweite Arbeitsschutzausschusssitzung, die 2020 aufgrund der Corona-Lage im Dezember als virtuelle Jahresabschlussveranstaltung stattfand. Neben dem Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Jost Lammers nahmen die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften, Führungskräfte, die Arbeitsmedizin, das Betriebliche Gesundheitsmanagement und Betriebsräte teil.

Gemeinsamer Arbeitsschutzstandard zum Schutz vor Corona

Am 16. April 2020 veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam mit dem Dachverband der Berufsgenossenschaften den neuen Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2. Ziel des Standards war ein einheitliches Vorgehen zum Schutz der Beschäftigten vor einer Infektion mit Covid-19. Da die Gesundheit von Mitarbeitern, Passagieren und Besuchern für die Flughafen München GmbH oberste Priorität hat, wurde der Sonderstab »Corona« gegründet. Dieser war im Wesentlichen dafür verantwortlich, einen koordinierten Wiederanlauf des Flugbetriebs vorzubereiten und die Umsetzung notwendiger Schutz- und Hygienemaßnahmen sicherzustellen. Dazu gehörten unter anderem die Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, die Einrichtung von Schutz- und Trennwänden, die Einhaltung von Abstandsregeln oder etwa die Bereitstellung von Desinfektionsmittelspendern. Die Bereiche Krisenmanagement, Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Betriebsrat und die »Task-Force Infektiologie« des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit arbeiteten in der Corona-Krise sehr eng zusammen und stimmten die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards im Dialog mit allen Parteien ab.

Die Gesundheit von Mitarbeitern, Passagieren und Besuchern hat für den Flughafen München oberste Priorität.

Arbeitssicherheit: Basis-Training ist online

In Zusammenarbeit mit der Airport Academy hat der Bereich Arbeitssicherheit in den letzten zwei Jahren das erste flughafenspezifische Web Based Training (WBT) mit Gamification-Elementen entwickelt. Das WBT stellt ein umfassendes Basis-Training für alle relevanten Grundlagen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz dar. Es steht seit dem dritten Quartal 2020 allen FMG-Beschäftigten online zur Verfügung.

Arbeitsschutz (Foto)
Arbeitsschutz spielt gerade bei der Abfertigung eine große Rolle.
Flughafenverband ACI World (Logo)
Der Flughafenverband ACI World hat den Flughafen München für sein Engagement gegen die weitere Ausbreitung der Covid-19-Pandemie ausgezeichnet. Das Zertifikat bestätigt die erfolgreiche Umsetzung von effektiven Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen.

Ergonomieprojekt zur roboterbasierten Gepäckverladung

Flugzeugabfertiger verrichten schwere körperliche Tätigkeiten mit einem nachweisbar erhöhten Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen. Deshalb hat die FMG 2018 gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut eine Studie zur Entwicklung eines automatischen Gepäckladesystems auf Roboterbasis durchgeführt – mit dem Ziel, die manuellen Tätigkeiten dieser Mitarbeiter deutlich zu reduzieren. 2019 wurden in einer Konzeptstudie konkrete Ergebnisse präsentiert, die mit modellhaftem Charakter erste Lösungsansätze sowohl der Greif-und Stapelfunktion von Gepäckstücken im Flugzeug als auch der Fördertechnik am Flugzeug bieten. Der nächste Schritt wäre eine Machbarkeitsstudie, in der die Lösungsansätze in ersten Modellen und Mock-ups physisch simuliert werden könnten.

Psychische Belastungen reduzieren

Seit Juli 2019 gibt es bei der FMG eine Betriebsvereinbarung zur Ermittlung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Genaue Ergebnisse wird ein wissenschaftlich validiertes mehrstufiges Screening-Verfahren liefern. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde eine geplante Mitarbeiterbefragung zur Belastungssituation im Unternehmen auf 2021/2022 verschoben. Ziel ist es, aus den Ergebnissen der Befragung Maßnahmen abzuleiten, um die psychischen Belastungen der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu reduzieren.

Ziel
Bis 2022: Maßnahmenkonzept zur Reduzierung psychischer Belastung

Airports Council International (ACI)
Internationale Vereinigung der Flughafenbetreiber mit Sitz in Montreal. Mitglied des ACI sind mehr als 1.900 Flughäfen in fast allen Ländern weltweit – darunter über 500 Flughäfen in 46 europäischen Ländern im Rahmen des ACI Europe.

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