Sicherheit

Sicherheit des Flugbetriebs managen

Der sichere Betrieb von Luftfahrzeugen sowie die technische Betriebsbereitschaft von Infrastruktur und Systemen sind für Flughäfen von zentraler Bedeutung. Innerhalb der Europäischen Union sind deshalb gemeinsame Standards für die Planung, den Betrieb und den Erhalt von Flughäfen festgeschrieben, die auch die FMG verbindlich umsetzen muss. Die Betriebserlaubnis des Flughafens München ist unmittelbar an die im Dezember 2017 erteilte Zertifizierung der EASA (European Aviation Safety Agency) gekoppelt. Damit verbunden ist der fortwährende Nachweis der Einhaltung einschlägiger Anforderungen gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Regierung von Oberbayern, Luftamt Südbayern. Der Flughafen München verfügt dazu über ein Safety-Management-System. Damit überwacht er kontinuierlich den laufenden Flug- und Abfertigungsbetrieb mit Blick auf Risiken und Entwicklungen, um rechtzeitig zielgerichtete Maßnahmen ableiten zu können. Um den Anforderungen zu entsprechen, realisiert die FMG bauliche Änderungen an der flugbetriebsrelevanten Infrastruktur oder an den Betriebs- und Organisationsprozessen im Einklang mit den EASA-Vorgaben und wendet dabei Safety-Risikobewertungen und Compliance-Prüfungen an. Dieses Vorgehen hilft, potenzielle Unfälle zu minimieren und damit die Sicherheit des Flugbetriebs fortlaufend und proaktiv zu verbessern.

Thema Sicherheit (Foto)
In der Luftfahrt ist das Thema Sicherheit von zentraler Bedeutung.

Drohnen: mögliche Gefahr für den Flugverkehr

Unbemannte Luftfahrzeugsysteme (Drohnen) sind für die Flugsicherung aufgrund ihrer technischen Rahmenbedingungen nicht sichtbar und stellen deshalb eine Bedrohung für den Flugverkehr an und um Flughäfen dar. Um die Sicherheit im Flugbetrieb aufrechtzuerhalten und künftig noch effektivere Abwehrmaßnahmen einleiten zu können, ist die eindeutige Detektion und Identifikation von Drohnen notwendig. In einer bislang einzigartigen Machbarkeitsstudie testete im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Deutsche Flugsicherung GmbH in enger Kooperation mit der FMG am Flughafen München von August bis November 2020 dafür Drohnen-Detektionssysteme. Die Tests gaben Aufschluss über den derzeitigen Stand der Technologie, insbesondere hinsichtlich der möglichen Detektionsreichweite und der allgemeinen Leistungsfähigkeit der am Markt verfügbaren Systeme. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für die Entwicklung eines Konzepts zur Drohnendetektion an deutschen Flughäfen.

Biotopmanagement schützt vor Vogelschlag

Kollisionen von Luftfahrzeugen mit schwergewichtigen Vögeln oder Vogelschwärmen können die Sicherheit des Flugbetriebs gefährden. Mit einem speziellen Biotopmanagement, das den Schutz der Vögel nicht beeinträchtigt, beugt der Flughafen München möglichen Kollisionen vor:

  • Die Grünflächen um die Start- und Landebahnen herum werden nach einem an die örtlichen Verhältnisse angepassten Konzept gemäht.
  • Das Gelände auf und um den Flughafen ist so gestaltet, dass sich für den Flugverkehr kritische Vogelarten gar nicht erst ansiedeln.
  • Die Entwässerungsgräben nahe der Start- und Landebahnen sind mit Stahlseilen überspannt, um insbesondere Wasservögeln den Zugang zu erschweren.
  • Mitarbeiter des »Wildlife Managements« beobachten die Vogelpopulation auf dem Flughafengelände und in relevanten Biotopen im Umkreis, um mögliche Gefahren durch Vogelflugbewegungen frühzeitig abzuwehren.

Die FMG steht zum Thema Vogelschlagverhütung mit den relevanten Partnern und Institutionen in intensivem Dialog, insbesondere mit den Airlines, der Deutschen Flugsicherung, regionalen und übergeordneten Behörden sowie dem DAVVL (Deutscher Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr e. V.). Die Statistik des DAVVL weist für den Flughafen München seit vielen Jahren eine vergleichsweise niedrige Vogelschlagrate aus. Auf dem Flughafengelände (Area 1) lag sie im Jahr 2020 um rund 53 Prozent unter dem Bundesschnitt.

53 Prozent lag die Vogelschlagrate unter dem Bundesdurchschnitt

Wildlife-Strike-Raten1

Wildlife-Strike-Raten, München: Area 1: 2,11, Area 2: 0,46  (Liniendiagramm)
1 Wildlife-Strike-Meldungen für Luftfahrzeuge pro 10.000 Flugbewegungen. Aufgrund von Änderungen in den Meldebestimmungen sind mittlerweile nicht nur Vogelschläge, sondern alle Wildlife Strikes meldepflichtig. (Quelle: DAVVL; vorläufiger Stand: März 2021)
Area 1: Start 0–500 Fuß über Grund beziehungsweise Landung 200–0 Fuß über Grund
Area 2: Start 501–1.500 Fuß über Grund beziehungsweise Landung 1.000–201 Fuß über Grund
European Aviation Safety Agency (EASA)
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit ist die Flugsicherheitsbehörde der Europäischen Union für die zivile Luftfahrt mit Sitz in Köln.

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