Lärmschutz

Lärmminderungsmaßnahmen entlasten Anwohner

Der Flughafen München möchte die Belastungen durch Fluglärm für Anwohner und Mitarbeiter möglichst geringhalten. Das geschieht unter anderem durch operative, technische und finanzielle Maßnahmen.

Neue Anflugverfahren ermöglichen verbrauchs- und emissionsärmere Landungen

Continuous Descent Operations bezeichnen ein Flugverfahren, bei dem das Flugzeug mit minimaler Triebwerksleistung sinkt und weitestgehend Horizontalflugphasen vermeidet. Das spart Treibstoff und verringert den Ausstoß von CO2. In einigen Bereichen kann sich gegebenenfalls auch der Lärm reduzieren. Auch ein durchgängiger, früh eingeleiteter Sinkflug bringt Vorteile gegenüber dem bisher angewendeten stufenweisen Absinken.

Kontinuierlicher Sinkanflug

Moderne Triebwerksarchitektur halbiert Lärm

Der Airbus A320neo bedient als gegenwärtig effizientestes und leisestes Kurz- und Mittelstreckenflugzeug auch den Flughafen München. Er ist mit Triebwerken der neuesten Generation ausgerüstet, die den Treibstoffverbrauch um 15 Prozent verringern. Damit geht auch eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes und des Lärms einher. Der Airbus A350-900 gilt als das umweltfreundlichste Langstreckenflugzeug der Welt. Es verursacht im Vergleich zu seinem Vorgänger, der A340, deutlich niedrigere Lärmpegel: beim Start bis zu 7 dB(A) weniger und bei der Landung bis zu 3 dB(A) weniger. Die A350-900-Reihe hat im Vergleich zur A340-Reihe eine um 40 bis 50 Prozent kleinere Lärmkontur und keine Pegel größer als 85 dB(A) außerhalb des Flughafengeländes. Dies führt zu einer geringeren Fluglärmbelastung im Umfeld des Flughafens. Dank modernster Triebwerke und leichtgewichtiger Materialien sowie gebogener Flügelspitzen verbraucht die A350-900-Reihe insgesamt 50 Prozent weniger Kerosin und stößt damit 50 Prozent weniger CO2 aus.

Vergleich der Lärmkonturen der Flugzeugtypen Airbus A340-600 und A350-900

Vergleich der Lärmkonturen der Flugzeugtypen Airbus A340-600 und A350-900 (Kontur-Grafik)
Ein Drittel Jedes dritte in München verkehrende Flugzeug zählt zur Kategorie der leisesten Flugzeuge (ICAO Chapter 14).

Landegebühr: je leiser, desto günstiger

Der Flughafen München nimmt mit lärmabhängigen Landegebühren Einfluss auf das eingesetzte Fluggerät. Fluggesellschaften, die leise Flugzeuge verwenden, profitieren von einem gestaffelten, stark gespreizten Gebührensystem. Die lärmabhängigen Start- und Landeentgelte konnten im Jahr 2020 für einen lauten Flugzeugtyp bis zu achtmal höher sein als für einen leisen. In Zukunft soll der Anteil der lärmabhängigen Entgelte weiter erhöht werden. Außerdem sollen Airlines für Flüge in der Nacht Zuschläge zahlen.

84Lärmbeschwerden sind 2020 eingegangen

Daten und Fakten

Fluglärmbetroffenheit

An großen Airports sind normalerweise viele Menschen direkt von Fluglärm betroffen. In München ist ihre Anzahl hingegen relativ gering. Im Vergleich zu der Anzahl der in gleichem Ausmaß Betroffenen in Frankfurt sind es rund sieben Prozent. Daraus folgt jedoch keineswegs, dass der Fluglärm für das Unternehmen Flughafen München keine Rolle spielt, sondern vielmehr, dass der Standort besonders günstig gewählt wurde.

Fluglärmbetroffenheit

Fluglärmbetroffenheit (Grafik)
Anzahl der Personen, die am Tag (24 Stunden) von Lärm über 55 dB(A) (Tag-Abend-Nacht-Lärmindex LDEN) betroffen sind: Umgebungslärmrichtlinie Quelle: Umweltbundesamt

Engmaschige Fluglärmüberwachung

An 16 ortsfesten Lärmmessstellen überwacht die FMG kontinuierlich den Fluglärm im Umkreis von etwa 20 Kilometern um den Münchner Airport. Wegen des deutlich geringeren Flugverkehrs wurden im Jahr 2020 überall niedrigere Lärmpegel gemessen als im Vorjahr. Zusätzlich bietet der Flughafen mobile Messungen als freiwilligen Service für Gemeinden, die nicht vom stationären Messanlagennetz abgedeckt sind. 2020 wurde vor dem Hintergrund der Corona-Krise nur eine mobile Fluglärmmessung an insgesamt 33 Messtagen in Schwindegg durchgeführt.

Standorte der ortsfesten Lärmmessstellen der Flughafen München GmbH

Standorte der ortsfesten Lärmmessstellen der Flughafen München GmbH (Plan)

Schnelle und einfache Fluglärmkommunikation

Seit dem 1. November können Interessierte die Flugspuren und Lärmdaten quasi in Echtzeit im Internet verfolgen – mit circa zehn Sekunden statt bisher zehn Minuten Zeitversatz. Außerdem wurde im Jahr 2020 die Benutzeroberfläche zur Darstellung mobiler Lärmmessungen überarbeitet. Sie ist nun dank einer übersichtlichen kalendarischen Darstellung einfacher zu bedienen und hält die Ergebnisse aller mobilen Lärmmessungen der FMG rückwirkend bis zum Jahr 2013 zum Abruf bereit.

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