Strategie

Verantwortungsvoll handeln

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die gesamte Luftverkehrswirtschaft trafen den Flughafen München, dessen Strukturen auf mindestens 50 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt sind, mit voller Wucht. In der bis dato größten Krise der Branche verbindet der Flughafen München nach wie vor nachhaltige ökonomische Wertschöpfung mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Die Geschäftstätigkeit der Flughafen München GmbH (FMG) hat erheblichen Einfluss auf viele verschiedene Bereiche und Akteure: die Wirtschaftsstandorte München, Bayern und Deutschland, die Region und ihre Einwohner, die Mitarbeiter, die Passagiere sowie die am und um das zweitgrößte deutsche Drehkreuz angesiedelten Unternehmen und andere Stakeholder-Gruppen. Die Berücksichtigung ihrer Interessen und Belange ist ein entscheidender Faktor bei der strategischen Planung.

Die mittelfristige Entwicklung des Unternehmens ist in den Leitlinien der Strategie 2025 festgelegt. Die Strategie beschreibt fünf wesentliche Handlungsfelder für den erfolgreichen Betrieb des Flughafens München. Die Handlungsfelder sind das Ergebnis von Szenarienanalysen zur Zukunft des Luftverkehrs und leiten sich aus dem Dialog mit den Stakeholdern des Unternehmens ab. Einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Strategie, und damit zur Weiterentwicklung des Flughafens, leisten die Ziele und Maßnahmen aus dem Nachhaltigkeitsprogramm. Mit definierten Kennzahlen misst die FMG den Erfolg der Umsetzung. Aufgrund der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns überarbeitet das Unternehmen derzeit seine Strategie und prüft die Handlungsfelder laufend auf Anpassungsbedarf.

Turbulenzen am Boden (Foto)
Turbulenzen am Boden: Der Betrieb kam 2020 phasenweise fast völlig zum Erliegen.

Gegensteuern und Kurs halten mit »Restart«

Der herausfordernden Situation und den drastischen Umsatzeinbrüchen in nahezu allen Geschäftsfeldern begegnete der Flughafen München umgehend mit einem konsequenten Krisenmanagement. Gleichzeitig sind mittel- und langfristige Veränderungen nötig, um den Konzern auf Kurs zu halten. Deshalb hat das Unternehmen das Programm »Restart« aufgesetzt. Mit »Restart« verfolgt die FMG einen ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz, der die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen soll. Das Programm ist somit deutlich mehr als kurzfristige Krisenbewältigung: Der Konzern wird sich grundsätzlich neu aufstellen, um sich strategisch an die veränderte Situation im Luftverkehr anzupassen. Organisatorische Strukturen müssen hinterfragt, der Ressourceneinsatz optimiert und bestehende Geschäftsfelder beleuchtet werden. Zudem stehen die Sachkosten und Investitionen auf dem Prüfstand. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte muss sich die FMG verkleinern.

Das Programm umfasst drei Handlungsfelder, aus welchen sich wirksame Maßnahmen ableiten:

  1. Organisation: Strukturen verbessern, Führung straffen, Synergien schaffen. Verschiedene Reorganisationsprojekte setzen an vielen Stellen im Unternehmen an. Verwaltung und Führung rücken genauso in den Blick wie die operativen Bereiche. Die Reorganisation soll in den kommenden Jahren für schlankere Führungs- und Verwaltungsstrukturen, bedarfsgerechte Führungsspannen sowie optimierte Schnittstellen sorgen.
  2. Effizienz: das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis auf den Prüfstand stellen. Beim Thema Effizienz liegt der Fokus auf der Überprüfung von Strategie und Konzernportfolio, der Optimierung der Leistungs- und Servicebeziehungen im Konzern sowie einer Analyse der Personalkapazität in der FMG.
  3. Personal: Kapazitätsanpassung sozialverträglich und mit Augenmaß gestalten. Personalkosten nachhaltig zu senken und die Personalkapazität an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, sind Ziele dieses Handlungsfelds. Gerade in der Krise steht die FMG zu ihrem Anspruch, ein verlässlicher Arbeitgeber zu sein. Sie wird dieser Herausforderung sozialverträglich, verantwortungsvoll und in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern begegnen.
»Restart« Der Flughafen München wird verlässlicher Partner in einer starken Region bleiben.

Nachhaltige Veränderungen entstehen nur, wenn geeignete Rahmenbedingungen erfüllt sind. Deshalb steht der Wandel der Führungs- und Unternehmenskultur hin zu effizienterem Handeln, bereichsübergreifendem Denken sowie Leistungs- und Veränderungsbereitschaft in der Belegschaft ebenfalls im Fokus von »Restart«.

Ein externes Beraterteam steht der FMG vor allem bei strategischen Fragestellungen sowie bei besonders komplexen Organisationsprojekten zur Seite. Das Einsatzfeld ist klar definiert und abgegrenzt: Der externe Blick und die unternehmensübergreifende Expertise der Berater werden hauptsächlich bei der strategischen Neuausrichtung des Konzerns und der Geschäftsfelder benötigt. Die Steuerung der einzelnen Themen und Projekte liegt ansonsten bei unternehmensinternen Projektleitern.

Kurs halten (Foto)
Kurs halten: mit dem Blick nach vorn aus der Krise

Langfristige Personalpolitik für erfolgreichen Neustart

Der Flughafen München legt Wert auf eine Personalpolitik, die sowohl den Menschen als auch die Unternehmensentwicklung im Blick hat. Deshalb orientiert sich das langfristig ausgerichtete Personalkonzept an der aktuellen Geschäftssituation und der Unternehmensstrategie. Gesellschaftliche Trends der letzten Jahre, wie die demografische Entwicklung und die digitale Transformation sowie der dafür nötige Kulturwandel innerhalb des Konzerns, beschäftigen das Unternehmen auch in Zukunft.

Veränderte Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeiter machen es zudem erforderlich, die Belegschaft mit Personalentwicklungskonzepten beim Einsatz neuer Technologien und dynamischer Arbeitsweisen zu begleiten. Aber auch die Mitarbeiter stellen Ansprüche: Nachfolgende Generationen zum Beispiel bringen andere Erwartungen an die Zusammenarbeit und die Führung ins Unternehmen – beispielsweise flache Hierarchien oder nachhaltiges unternehmerisches Handeln ihres Arbeitgebers. Diese Prämissen müssen sich in einer zeitgemäßen Personalpolitik entsprechend widerspiegeln.

Bayern und der süddeutsche Raum werden sich auch nach der Krise positiv entwickeln.

Ab März 2020 musste das Unternehmen schnell und konsequent auf die massiven Verkehrseinbrüche reagieren. Um Personalkosten zu senken, wurde in großen Teilen des Konzerns Kurzarbeit eingeführt. Andere Ad-hoc-Maßnahmen waren ein Einstellungsstopp, die Unterbrechung oder Beendigung betrieblich nicht unbedingt notwendiger Projekte und der Abbau von Überstunden. Die größten personalpolitischen Herausforderungen für die kommenden Jahre sind die durch die Krise erforderliche Reduktion der Personalkapazität und die Anpassung der Führungs- und Organisationsstruktur an die zu erwartende mittelfristige Verkehrsentwicklung.

Daten und Fakten

Verkehrsnetz & Destinationen

2020 2019

Airlines
86
101

Ziele
226
254

Länder
69
72

Geschäftsfeld Aviation

Die Corona-Pandemie verursachte die bisher größte Krise in der Geschichte des kommerziellen Luftverkehrs. Hatte der Flughafen München bis Anfang des Jahres 2020 noch an seiner Kapazitätsgrenze operiert, sind die Verkehrszahlen danach in der Gesamtsicht auf knapp ein Viertel des Vorjahresvolumens eingebrochen. In der Folge liegt der Fokus der Verkehrsentwicklung zunächst darauf, einen Großteil der verlorenen Verbindungen möglichst schnell wiederherzustellen, um die Rolle als Bayerns Tor zur Welt auch nach der Krise weiterhin wahrnehmen zu können.

Für die Zukunft gilt es, die Konnektivität für die ansässigen Menschen und Unternehmen abzusichern. Es ist davon auszugehen, dass sich Bayern und der süddeutsche Raum aufgrund ihrer Wirtschaftskraft und ganzjährigen Attraktivität als Incoming-Destination auch nach der Krise positiv entwickeln werden. Dem Flughafen München kommt als Gateway für diese Region eine zentrale Bedeutung zu. Ziel ist es, die Position als eines der führenden Drehkreuze in einem sich weiter konsolidierenden europäischen Luftverkehrsmarkt nachhaltig zu festigen. Deshalb wird auch mittel- bis langfristig der Langstrecken- und Umsteigeverkehr einen wesentlichen Eckpfeiler der Aviation-Strategie darstellen. Darüber hinaus sollen mehr Punkt-zu-Punkt-Verkehre die Vielfalt und Attraktivität des Angebots steigern. Hierbei ist entscheidend, die Qualität der Infrastruktur und Prozesse auf hohem Niveau zu halten und somit die Position im Wettbewerb mit anderen Flughäfen zu stärken.

Geschäftsfeld Commercial Activities

Die Pandemie hat das kommerzielle Segment des Flughafens München stark beeinträchtigt. In den Bereichen Werbung, Handel und Gastronomie waren aufgrund des Passagierrückgangs eine deutlich geringere Nachfrage und in der Folge mehr Leerstände wegen Geschäftsaufgabe oder Kündigungen zu vermelden. Darüber hinaus sanken die Parkvorgänge im Vergleich zum Vorjahr um rund 68 Prozent. Mit allen Mietern, ob Tochtergesellschaft oder Drittanbieter, wurden 2020 intensive Gespräche zur Sicherung der Vertragsverhältnisse und zur Entwicklung von Perspektiven für die Zeit nach Covid-19 geführt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Festigung der bestehenden Markenpartnerschaften mit Automobilkonzernen sowie Großkunden aus der Telekommunikationsbranche.

Nach dem Ende der Corona-Krise wird der Flughafen, wie im Zielbild 2025 formuliert, weiter an der Optimierung des Angebotsportfolios arbeiten. Mit neuen Shop-Konzepten wie Pop-up-, Concept- oder Flagship-Stores sollen innovative, moderne und emotionale Einkaufserlebnisse geschaffen werden. Partner sind dabei sowohl renommierte Marken – diese werden auch in Zukunft sehr gefragt bleiben – als auch bayerische Unternehmen, die im Sinne einer nachhaltig ausgerichteten Unternehmensphilosophie regionale Produkte anbieten werden. Das Kundenerlebnis am Flughafen München steht dabei weiterhin im Mittelpunkt. Inszenierungen in den Terminalbereichen, Live-Präsentationen starker Marken und attraktive Veranstaltungen im Forum des München Airport Centers (MAC) sollen die Kunden anziehen. Auch die Erlebnisgastronomie am Flughafen München wird wieder wachsen.

Fokus Nachhaltigkeit Künftig sollen Nachhaltigkeitskriterien stärker in die Auswahl von Mietern integriert werden

Darüber hinaus müssen sich Händler auf neue Kundenbedürfnisse sowie ein verändertes Kundenverhalten einstellen: Die verschiedenen Kundengruppen des Flughafens München nutzen verstärkt digitale Kanäle, und die Angebote müssen sich entsprechend ausrichten. Auch im Bereich Parken nimmt der Anteil der Online-Buchungen kontinuierlich zu. Die Integration der Zahlungsart »PayPal« war ein weiterer Schritt bei der Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Der Flughafen München wird künftig verstärkt digitale Plattformen für sein kommerzielles Angebot bereitstellen, um von diesen Entwicklungen zu profitieren und eine systematische Trend- und Marktforschung auszubauen.

Im Lockdown Shops und Restaurants am Flughafen unterlagen ebenfalls den coronabedingten Einschränkungen und Schließungen.

Geschäftsfeld Real Estate

Für den Flughafen München ist die Entwicklung als Immobilienstandort von großer Bedeutung. Die Strategie des Geschäftsbereichs Real Estate verfolgt vier wesentliche Zielsetzungen:

Immobilienwirtschaftliche Absicherung des Kerngeschäfts Luftverkehr

Der Flughafen München hat den Anspruch, ein attraktiver und nachhaltiger Standort zu sein. Die pandemiebedingte Wachstumsunterbrechung wird aktiv genutzt, um die bestehende Infrastruktur, die zum Teil aus der Zeit der Inbetriebnahme des Flughafens stammt, zu modernisieren und die Erwartungen von Passagieren und Besuchern an eine hohe Aufenthaltsqualität zu erfüllen. Um als Hub zukünftig wieder wachsen zu können, tätigt der Flughafen München – in Übereinstimmung mit der Aviation-Strategie – Investitionen in eine neue Luftverkehrsinfrastruktur, wie zum Beispiel den neuen Flugsteig des Terminals 1.

Optimale Auslastung der bereits kommerziell genutzten Flächen

Im Mittelpunkt dieses strategischen Ziels steht das München Airport Center (MAC). Als wichtigste kommerziell genutzte Fläche soll hier in die Entwicklung und Modernisierung investiert werden. Die pandemiebedingten Auswirkungen werden dabei berücksichtigt.

Erwirtschaftung substanzieller Erlösbeiträge durch Immobilienentwicklung

Bei der Immobilienentwicklung verfolgt die FMG im Rahmen des Großprojekts LabCampus schwerpunktmäßig die Entwicklung und den Bau eines Innovationszentrums. Die beiden ersten Gebäude sind in der Realisierung und Vermarktung. Mit dem LabCampus und damit verbundenen neuen Erlösquellen außerhalb des bisherigen Portfolios möchte sich die FMG geschäftlich breiter aufstellen.

Berücksichtigung von Belangen der Region

Sowohl bei der Entwicklung des Flughafens München insgesamt als auch bei den zahlreichen Bauvorhaben werden die Belange der Flughafenregion bestmöglich im Rahmen der Immobilienstrategie berücksichtigt. Die FMG pflegt dafür einen intensiven Dialog mit der Region und konzentriert sich auf Zielgruppen und Unternehmen, die bei einer möglichen Ansiedlung die Nähe zum Airport und ein internationales Umfeld suchen.

Weitsicht (Foto)
Weitsicht: Derzeit überarbeitet die FMG ihre Strategie.

Geschäftsfeld Beteiligungen und Dienstleistungen

Die Munich Airport International GmbH (MAI) bietet weltweit Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche an. In den letzten 30 Jahren hat sich der Flughafen München dabei vom führenden Berater für Flughafeninbetriebnahmeprojekte zu einem international agierenden Flughafenbetreiber entwickelt. Heute ist die MAI ein zuverlässiger Partner für strategische Investoren und aufstrebende Luftfahrtunternehmen auf der ganzen Welt. Für das Jahr 2021 bilden die Fortführung bestehender Projekte und deren Realisierung – wie beispielsweise am Flughafen Sofia in Bulgarien – die Handlungsschwerpunkte.

Der Münchner Airport hat sich zu einem international agierenden Flughafenbetreiber entwickelt.

Projekte 2020

Darüber hinaus waren die Experten der MAI 2020 in Singapur, Japan, Nigeria, Togo, Island sowie an ihrem Heimatflughafen in München tätig, und konnten Projekte für das Jahr 2021 in Usbekistan und Nepal für sich gewinnen.

Klimaschutzstrategie

Der Flughafen München Konzern hat sich 2016 das ambitionierte Ziel gesetzt, den Airport ab dem Jahr 2030 CO2-neutral zu betreiben. Dazu senkt er die ihm direkt zurechenbaren Treibhausgasemissionen durch technische Maßnahmen um mindestens 60 Prozent. Die restlichen 40 Prozent sollen durch geeignete Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden, vorzugsweise in der Region. Bis 2030 investiert die Flughafen München GmbH dafür 150 Millionen Euro. Darüber hinaus hat sich der Münchner Airport im Rahmen der »Net-Zero-Carbon-Initiative« zu einem weiteren ambitionierten Klimaziel verpflichtet: die Absenkung der selbst beeinflussbaren CO2-Emissionen beim Betrieb des Flughafens spätestens bis zum Jahr 2050 auf netto null. Emissionen sollen erst gar nicht entstehen, beispielsweise durch Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Über 200 europäische Flughäfen haben sich zu dieser Initiative bekannt, der Flughafen München gehört zu den Erstunterzeichnern.

150 Millionen Euro Klimainvestitionen bis 2030

Bedarfsgerecht planen und ausbauen

Vor dem Hintergrund der globalen Krise im Luftverkehr wurden grundsätzlich alle Bauvorhaben am Flughafen München hinterfragt und Projekte mit geringerer Dringlichkeit zurückgestellt. Fortgeführt werden die strategisch wichtigsten Bauprojekte wie die Erweiterung des Terminals 1 oder die bessere Verkehrsanbindung des Flughafens. Die FMG baut die Flughafeninfrastruktur bedarfsgerecht und situationsgemäß aus, vernetzt Verkehrsträger miteinander und fördert die Optimierung der landseitigen Verkehrsanbindung – immer mit Fokus auf die Qualität und die sich wandelnden Bedürfnisse der Kunden. Negative Auswirkungen auf die Natur und die Flughafenregion werden so gering wie möglich gehalten, beispielsweise durch umfangreiche Ausgleichs- und Lärmschutzmaßnahmen. Nachhaltige Baukonzepte und der anschließende Betrieb der Gebäude sollen die Umwelt möglichst wenig durch Schadstoffe oder Ressourcen- und Energieverbrauch beeinträchtigen.

Upgrade für Terminal 1

Das Terminal 1 kann die Qualitätsansprüche der Passagiere nicht mehr vollumfänglich erfüllen. Das Gebäude wird deshalb um einen Flugsteig mit bedarfsgerechten Passagierabfertigungseinrichtungen ergänzt. Die T1-Erweiterung zählt zu den strategisch bedeutsamen Bauvorhaben der FMG, die trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie fortgeführt werden. An dem rund 360 Meter langen Pier können bis zu zwölf Flugzeuge andocken. Der Umbau, der Ende 2018 begonnen hat, schafft auf rund 90.000 Quadratmetern außerdem neue Einzelhandels- und Gastronomieflächen sowie zwei große Airline-Lounges, verbessert die Passagierabfertigungsprozesse durch zentralisierte Kontrollbereiche und zielt darauf ab, die Attraktivität für Passagiere und Airlines im Non-Schengen-Bereich deutlich zu steigern. Für das Ausbauvorhaben sind Gesamtkosten von rund 455 Millionen Euro veranschlagt.

»T-Stiel« für den Terminal 2-Satelliten

Die FMG und Lufthansa haben ihre strategische Zusammenarbeit am Standort München zuletzt im Dezember 2019 in einer gemeinsamen Absichtserklärung bestätigt. Vor dem Hintergrund der dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben beide Seiten im Herbst 2020 eine zusätzliche Vereinbarung getroffen, in der die langfristige Weiterentwicklung des Münchner Airports als Drehkreuz des interkontinentalen Luftverkehrs ausdrücklich bekräftigt wird. Die geplante Erweiterung des Satellitenterminals durch den Anbau eines »T-Stiels« bleibt damit als Ziel der Kooperation bestehen.

Blick nach vorn Die strategisch wichtigsten Bauprojekte am Airport-Campus werden fortgeführt.
  • T1-Erweiterung

    Die Bauarbeiten gehen weiter: Am Terminal 1 entsteht ein neuer Flugsteig, der rund 360 Meter weit ins westliche Vorfeld reichen wird.

  • Schiene

    Im Zeitplan: Der Bahntunnel unter dem Flughafen wird bis Mitte 2021 um 1,8 Kilometer in östlicher Richtung verlängert. Die Inbetriebnahme des Streckenabschnitts ist für Ende 2025 vorgesehen.

  • LabCampus

    Der Innovationsstandort nimmt Formen an: Das erste Bürogebäude soll Anfang 2022 eröffnen, als zweites Gebäude ist die neue Airport Academy geplant.

  • »T-Stiel«

    Zukunftsprojekt: Der Terminal 2-Satellit soll langfristig durch einen rechtwinklig nach Osten anschließenden Erweiterungsbau ergänzt werden.

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Dritte Start- und Landebahn bleibt langfristig zentrales Zukunftsprojekt

Nach den Landtagswahlen im Oktober 2018 wurde im Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode 2018 bis 2023 zwischen CSU und Freien Wählern die Festlegung getroffen, dass die Planungen für den Bau der dritten Start- und Landebahn am Flughafen München nicht weiterverfolgt werden. Mit dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom Februar 2014 besteht Baurecht. Die dritte Start- und Landebahn bleibt für den Flughafen München langfristig ein zentrales strategisches Zukunftsprojekt.

»Connect. Create. Collaborate.«

Im Nordwesten des Flughafenareals entsteht mit dem LabCampus ein branchenübergreifendes Innovationszentrum. Wissensträger, Global Player, Start-ups und Kreative, zum Beispiel aus den Bereichen Mobilität, Digitalisierung und Security, sollen hier die Arbeitsräume, Showrooms, Projekt- und Konferenzflächen finden, die sie für eine systematische und vernetzte Forschungs- und Entwicklungsarbeit benötigen. LabCampus wird als Treffpunkt von internationalen Innovatoren besonders von der Nähe des Flughafens profitieren. Ende 2020 wurde der Rohbau des ersten Bürogebäudes zu großen Teilen fertiggestellt. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2022 geplant. Parallel dazu begannen im Herbst 2020 die Bauarbeiten für die neue Airport Academy. Netzwerken soll hier in technisch hochwertig ausgestatteten Seminarräumen, stilvollen Ruhezonen und einem großzügigen, vielfältig nutzbaren Gastronomiebereich möglich werden. Für die flexible Unterbringung von Gästen, die projektbezogen vor Ort arbeiten, plant die LabCampus GmbH gemeinsam mit der Accor-Gruppe bis Ende 2023 die Eröffnung eines Hotels. Die Vergabe der Generalplanungsleistungen sowie die Vorplanung wurden im Jahr 2020 abgeschlossen. Das im Februar 2020 gestartete »Terminal Testlab«, in dessen Rahmen Unternehmen aktiv bei Innovationsprozessen unterstützt werden, dient als wichtige Plattform bei der Vermarktung des LabCampus-Konzepts.

Weiterlesen
labcampus.de

LabCampus (Foto)
LabCampus ist als Smart City konzipiert.

Logistik mit optimaler Anbindung

DHL Express Deutschland und die Flughafen München GmbH haben im Juni 2020 einen Vertrag über die Realisierung eines neuen Frachtgebäudes am Münchner Airport abgeschlossen. Der Neubau wird auf der Fläche der heutigen Parkplätze P80 und P80 West entstehen und eine Bruttogeschossfläche von mehr als 8.000 Quadratmetern umfassen. DHL Express plant, errichtet und betreibt das neue Gebäude und pachtet dafür das Grundstück von der FMG. In den vergangenen Jahren verzeichnete DHL Express an seinem Münchner Gateway einen starken Anstieg der Import- und Exportmenge. Die Inbetriebnahme ist für 2022 geplant.

Fortschritte bei Anbindung des Airports

Der Flughafen München arbeitet intensiv an einer besseren Anbindung über Straße und Schiene. Der Bau der für den Erdinger Ringschluss nötigen Verlängerung des Bahntunnels Richtung Osten ist im Zeitplan. Der Tunnelrohbau wird in der zweiten Jahreshälfte 2021 fertiggestellt und anschließend an die DB Netz AG für die eisenbahntechnische Ausstattung übergeben werden. Die in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr beauftragte Untersuchung der Optionen für die Anbindung des Flughafens an den überregionalen Schienenpersonenverkehr befindet sich in der Bewertungsphase, ein erstes Zielkonzept liegt bereits vor. Gleichzeitig laufen gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur intensive Bestrebungen, den Flughafen in den Zielfahrplan des »Deutschlandtakts« und damit in den Schienenpersonenfernverkehr zu integrieren. Bei den Straßenprojekten ist die neu gebaute Nordostumfahrung Freising im Zuge der Bundesstraße 301 seit November 2020 befahrbar. Der Bau der Westtangente Freising ist weiter fortgeschritten, die Eröffnung ist für den Herbst 2021 vorgesehen. Zudem begann im Sommer 2020 der drei- beziehungsweise vierspurige Ausbau der Flughafentangente Ost. Im Bereich des Flughafens wurde im September außerdem die neue Anbindung des Südrings an den Flughafenzubringer Ost für den Verkehr freigegeben. Im Oktober 2020 folgte die neue Brücke über die Zentralallee, die den LabCampus an das Straßennetz anbindet.

Ziel
Ende 2021: Fertigstellung Tunnel des Erdinger Ringschluss-Projekts

Schengen/Non-Schengen
Abflug- und Ankunftsbereiche für Passagiere aus Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens, die direkt aus diesen Staaten kommen oder in diese einreisen wollen. Grenz- und Passkontrollen entfallen. Non-Schengen bezeichnet Bereiche für Passagiere, die nicht aus den Schengen-Staaten einreisen. In diesem Fall erfolgt eine Pass- und Zollkontrolle.

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