Brief der Geschäftsführung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Corona-Krise hat die globale Luftfahrtbranche und alle mit ihr verbundenen Wirtschaftszweige besonders hart getroffen. Wir haben am Flughafen München die drastische Reduktion des Flugverkehrs und die damit verbundenen Auswirkungen auf alle Geschäftsfelder hautnah erlebt. Zu Beginn der Pandemie wurden über das Drehkreuz München dringend benötigte Schutzmasken, Atemgeräte und medizinische Güter transportiert sowie seit Anfang des Jahres 2021 auch die lang ersehnten Impfstoffe. Wir freuen uns, auf diese Weise einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten zu können und werden dies auch weiterhin tun.

Erwartungsgemäß wenig erfreulich fällt der Blick auf die Bilanz des zurückliegenden Geschäftsjahres aus. Mit einem Umsatz von rund 580 Millionen Euro haben wir 2020 63 Prozent weniger erlöst als im Vorjahr. Der daraus resultierende Verlust beläuft sich auf 321,4 Millionen Euro. Die hervorragenden Ergebnisse und Reserven der Vorkrisenjahre helfen uns, die Liquidität des Unternehmens trotz der weiterhin widrigen Rahmenbedingungen zu sichern.

Bei den Verkehrszahlen zeigt sich ebenfalls ein dramatisches Bild: Die Flugbewegungen brachen mit rund 147.000 Starts und Landungen um knapp 65 Prozent ein. Gerade einmal 11,1 Millionen Passagiere – rund 77 Prozent weniger als 2019 – konnten wir bei uns in München begrüßen. Damit verzeichneten wir 2020 geringere Werte als 1992, dem Anfangsjahr des Flughafens München am neuen Standort im Erdinger Moos. Auch unsere Shops, Restaurants und Parkhäuser unterlagen den weitreichenden Einschränkungen und Schließungen – hier hatten wir ebenfalls große Umsatzausfälle zu verzeichnen.

Sämtliche Prognosen deuten darauf hin, dass weitere herausfordernde Jahre vor uns liegen. So soll das globale Verkehrsvolumen wohl frühestens 2024 wieder das Niveau von 2019 erreichen. Anfang 2021 blieb die erhoffte Erholung bereits aus. Um den Flughafen München auf Kurs zu halten und noch effizienter aufzustellen, haben wir das Programm »Restart« entwickelt. Wir wollen die Personalkapazität in den kommenden Jahren sozialverträglich an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Hierfür bieten wir der Belegschaft ein Freiwilligenprogramm und attraktive Vorruhestandsregelungen an. Die demografische Struktur unserer Belegschaft begünstigt dieses Vorhaben.

Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor (Porträt-Foto)
Jost Lammers
Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor
Andrea Gebbeken, Geschäftsführerin Commercial und Security (Porträt-Foto)
Andrea Gebbeken
Geschäftsführerin Commercial und Security
Thomas Weyer, Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur (Porträt-Foto)
Thomas Weyer
Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur

Wir verfolgen weiterhin einen konsequenten Sparkurs und überprüfen laufend alle Investitionen und Ausgaben. An zentralen strategischen Vorhaben halten wir jedoch fest: Beispielweise treiben wir die Optimierung der Schienenanbindung, das Klimaschutzprogramm oder den qualitätsorientierten Erhalt und die Weiterentwicklung der Infrastruktur im Rahmen unseres Fünf-Sterne-Anspruchs und der nachhaltigen Entwicklung des Drehkreuzes München weiter voran. Darüber hinaus wollen wir eine nachhaltige Zukunft des Luftverkehrs mitgestalten, indem wir in Zusammenarbeit mit unseren Airline-Partnern den Einsatz von synthetischen, klimaneutralen Treibstoffen am Standort fördern werden.

Wann die Corona-Krise enden und die sogenannte neue Normalität beginnen wird, lässt sich derzeit kaum abschätzen. Was ich aber mit voller Überzeugung sagen kann: Der Flughafen München wird seine Position als bedeutender Hub in einer starken Region halten. Besonders freut mich, dass wir uns in der bis dato schwersten Krise auf unseren wichtigsten Partner, die Lufthansa Group, verlassen können. Die Lufthansa steht zu ihrem Fünf-Sterne-Drehkreuz München. Und auch die anderen in München vertretenen Fluggesellschaften wissen den Standort zu schätzen und wollen so bald wie möglich wieder ihr Vorkrisenprogramm anbieten.

Natürlich setzen wir dabei auch auf die weltweit fortschreitenden Impfkampagnen und deutlich ausgeweiteten Testmöglichkeiten, sodass wir hoffentlich schon im weiteren Verlauf des Jahres eine spürbare Erholung bei den Flugbewegungen und Passagierzahlen sehen werden. Dabei stehen immer die Sicherheit und die Gesundheit unserer Kunden, Passagiere und Mitarbeiter unverändert an erster Stelle.

Ich bedanke mich – auch im Namen von Andrea Gebbeken und Thomas Weyer – ganz herzlich bei allen, die durch ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Motivation, Loyalität und Veränderungsbereitschaft jeden Tag dazu beitragen, dass wir als Flughafen München Kurs halten in der größten Krise der zivilen Luftfahrt.

Ihr
Jost Lammers

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