Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ertragslage

Ergebnis nach Steuern durch die Pandemie eingebrochen

Im Geschäftsjahr 2020 ist das Ergebnis nach Steuern (EAT) des Flughafens München um TEUR 499.248 auf TEUR -321.401 gesunken. Nachfolgend werden die Entwicklungen im Einzelnen erläutert.

Ertragslage

 

 

 

 

 

 

Zu-/Abnahme

TEUR

 

2020

 

2019

 

Absolut

 

Relativ in %

Umsatzerlöse

 

579.672

 

1.567.967

 

-988.295

 

-63,0

Sonstige Erträge

 

44.543

 

43.165

 

1.378

 

3,2

Gesamtleistung

 

624.215

 

1.611.132

 

-986.917

 

-61,3

Materialaufwand

 

-232.577

 

-413.210

 

180.633

 

-43,7

Personalaufwand

 

-408.606

 

-537.239

 

128.633

 

-23,9

Sonstige Aufwendungen

 

-144.870

 

-106.369

 

-38.501

 

36,2

EBITDA

 

-161.838

 

554.314

 

-716.152

 

>100,0

Abschreibungen

 

-242.016

 

-208.835

 

-33.181

 

15,9

EBIT

 

-403.854

 

345.479

 

-749.333

 

>100,0

Finanzergebnis1

 

-29.566

 

-88.657

 

59.091

 

-66,7

EBT

 

-433.420

 

256.822

 

-690.242

 

>100,0

Ertragsteuern

 

112.019

 

-78.975

 

190.994

 

>100.0

EAT

 

-321.401

 

177.847

 

-499.248

 

>100,0

1

Hierin ist auch das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen enthalten.

Nach Jahren des stetigen Wachstums kam ab März 2020 durch die verschiedenen Lockdowns verbunden mit den zusätzlichen weltweiten Reisebeschränkungen der Luftverkehr am Flughafen München teilweise vollständig zum Erliegen. Aus diesem Grund reduzierten sich die Umsatzerlöse aus Flughafenentgelten signifikant von TEUR 655.189 auf TEUR 164.782 (-74,8 %).

Auch die Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten gingen insgesamt um TEUR 116.865 (-63,9 %), vor allem im Bereich der Dienstleistungen für Bodenabfertigungen, zurück. Alle Airlines passten immer wieder kurzfristig ihre Flugangebote an die Lockdowns sowie an die entsprechenden Reisebeschränkungen an.

Die Umsatzerlöse in den anderen Bereichen entwickelten sich wie folgt.

Umsatzerlöse andere Bereiche

In TEUR

Umsatzerlöse andere Bereiche (Säulendiagramm (horizontal))

Der Rückgang bei den Erlösen aus Vermietung und Verpachtung ist vor allem auf die Mietreduzierungen im Einzelhandels- und Gastronomiebereich zurückzuführen.

In den übrigen Umsatzerlösen sind weltweite Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche in Höhe von TEUR 20.247 (2019: TEUR 14.295) enthalten.

Durch die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen im Konzern konnte der Materialaufwand (-TEUR 180.633) reduziert werden. Vor allem die bezogenen Leistungen (-TEUR 76.932) sowie der Wareneinsatz (-TEUR 85.779) verringerten sich deutlich.

Der Personalaufwand des Flughafens München sank insbesondere aufgrund der seit April 2020 eingeführten Kurzarbeit sowie des erheblichen Abbaus von Resturlaub und Gleitzeitguthaben insgesamt um 23,9 % auf TEUR 408.606. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter hat sich gegenüber dem Vorjahr von 9.678 auf 9.384 reduziert.

Bereinigt um die Aufwendungen für Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Veränderungsprogramm »Restart« (TEUR 76.868) reduzierten sich die sonstigen Aufwendungen durch drastische Einsparmaßnahmen insgesamt um 36,1 % (-TEUR 38.367).

In den Abschreibungen (TEUR 242.016; 2019: TEUR 208.835) sind Wertminderungen von Vermögenswerten in Höhe von TEUR 42.495 (2019: TEUR 6.126) enthalten. Diese beziehen sich im Geschäftsjahr 2020 mit TEUR 24.663 vor allem auf getätigte Planungsleistungen für die dritte Start- und Landebahn, die durch die voraussichtlich weitere Verschiebung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie neu zu erbringen sind. Insgesamt sanken die planmäßigen Abschreibungen leicht um TEUR 3.188 beziehungsweise 1,6 %.

Das Finanzergebnis (inklusive Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen) verbesserte sich um TEUR 59.091 auf TEUR -29.566. Ursächlich hierfür waren vor allem die zahlungsunwirksamen positiven Effekte aus der Neubewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften im sonstigen Finanzergebnis.

Im Steueraufwand sind tatsächliche Steuererträge in Höhe von TEUR 704 (2019: Steueraufwand von TEUR 85.258) sowie latente Steuererträge von TEUR 111.315 (2019: TEUR 6.283) enthalten. Die hohen latenten Steuererträge sind im Wesentlichen auf den Ansatz von steuerlichen Verlustvorträgen zurückzuführen, da die Konzerngesellschaften davon ausgehen, in den nächsten Jahren wieder positive Ergebnisse zu erwirtschaften.

Vermögens- und Finanzlage

Vermögen – der Flughafen München sichert seine Liquidität

Vermögenslage

 

 

 

 

 

 

Zu-/Abnahme

TEUR

 

31.12.2020

 

31.12.2019

 

Absolut

 

Relativ in %

Langfristige Aktiva

 

5.315.139

 

5.151.911

 

163.228

 

3,2

Kurzfristige Aktiva1

 

213.451

 

390.112

 

-176.661

 

-45,3

davon Zahlungsmittelbestand

 

9.717

 

39.576

 

-29.859

 

-75,4

Aktiva

 

5.528.590

 

5.542.023

 

-13.433

 

-0,2

Eigenkapital

 

2.064.962

 

2.378.139

 

-313.177

 

-13,2

Übrige langfristige Passiva2

 

2.530.126

 

2.072.660

 

457.466

 

22,1

Übrige kurzfristige Passiva2

 

933.502

 

1.091.224

 

-157.722

 

-14,5

Passiva

 

5.528.590

 

5.542.023

 

-13.433

 

-0,2

1

Einschließlich Vermögenswerten mit Veräußerungsabsicht

2

Einschließlich Finanzschulden aus Personengesellschaften

Der Anstieg der langfristigen Aktiva (+TEUR 163.228) betraf mit TEUR 168.431 vor allem die selbstgenutzten Sachanlagen. Durch Bauprojekte, die weiter fortgeführt wurden, erhöhten sich die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau um insgesamt TEUR 147.693 auf TEUR 635.845.

Im Geschäftsjahr 2020 reduzierten sich die Liquiditätsreserven des Flughafens München aufgrund der Krise von TEUR 168.767 auf TEUR 67.985. Der Bestand zum Jahresende resultierte aus der Neuaufnahme von Finanzmitteln zur Liquiditätssicherung, die in den kurzfristigen Aktiva enthalten sind. Darüber hinaus reduzierten sich die kurzfristigen Forderungen (-TEUR 33.626) auf TEUR 60.603 sowie der Zahlungsmittelbestand (-TEUR 29.859) auf TEUR 9.717.

Die Veränderung des Eigenkapitals auf TEUR 2.064.962 resultiert im Wesentlichen aus dem Konzernjahresfehlbetrag des laufenden Geschäftsjahres von TEUR 321.401.

Der Anstieg der langfristigen Schulden auf TEUR 2.530.126 ist vor allem auf die Aufnahme von Finanzmitteln von insgesamt TEUR 480.000 zur Liquiditätssicherung zurückzuführen.

In den kurzfristigen Schulden sind Tilgungen von Darlehen enthalten, die im Geschäftsjahr 2021 fällig werden. Insgesamt beträgt der Saldo zum Stichtag TEUR 212.751 (Vorjahr: TEUR 303.292). Zudem reduzierten sich die Verbindlichkeiten um TEUR 40.023 auf TEUR 111.597.

Kapitalstruktur – Aufnahme von Darlehen zur Liquiditätssicherung

Kapitalstruktur

 

 

 

 

 

 

Zu-/Abnahme

TEUR

 

31.12.2020

 

31.12.2019

 

Absolut

 

Relativ in %

Gezeichnetes Kapital

 

306.776

 

306.776

 

0

 

0,0

Rücklagen

 

133.651

 

147.490

 

-13.839

 

-9,4

Übriges Eigenkapital

 

1.624.515

 

1.923.854

 

-299.339

 

-15,6

davon Jahresüberschuss

 

-321.401

 

177.847

 

-499.248

 

>100,0

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

 

20

 

19

 

1

 

5,3

davon Jahresüberschuss

 

1

 

5

 

-4

 

-80,0

Eigenkapital

 

2.064.962

 

2.378.139

 

-313.177

 

-13,2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften

 

334.619

 

354.047

 

-19.428

 

-5,5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesellschafterdarlehen

 

502.327

 

491.913

 

10.414

 

2,1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darlehen mit fester Zinsbindung

 

1.220.872

 

722.576

 

498.296

 

69,0

Darlehen mit variabler Zinsbindung

 

603.417

 

683.616

 

-80.199

 

-11,7

Darlehen

 

1.824.289

 

1.406.192

 

418.097

 

29,7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Derivate

 

16.341

 

28.918

 

-12.577

 

-43,5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Schulden

 

786.052

 

882.814

 

-96.762

 

-11,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fremdkapital

 

3.463.628

 

3.163.884

 

299.744

 

9,5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapitalquote

 

37,4 %

 

42,9 %

 

 

 

 

Die Eigenkapitalquote hat sich vor allem aufgrund des Ergebnisses des Geschäftsjahres sowie der Aufnahme von Darlehen zur Liquiditätssicherung verschlechtert.

Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Flughafens München können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden.

Konditionen langfristiger Darlehen

 

 

 

 

 

 

 

 

Zinssatz in %

Finanzierungsart

 

Währung

 

Zinsbindung

 

Restschuld in TEUR

 

von

 

bis

Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften

 

EUR

 

ergebnisabhängig

 

334.619

 

 

Gesellschafterdarlehen

 

EUR

 

variabel/
ergebnis­abhängig

 

491.913

 

Basiszins
zzgl. Marge

Darlehen

 

EUR

 

variabel

 

605.992

 

3M- und 6M-EURIBOR
zzgl. Marge

Darlehen

 

EUR

 

fest

 

1.224.317

 

0,16

 

3,46

(Stand 31.12.2020)

Die Gesellschafterdarlehen stehen unbefristet zur Verfügung und werden anhand des Basiszinssatzes zuzüglich einer Marge verzinst, sofern das Jahresergebnis und die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung dies zulassen.

Die Darlehen sind mit üblichen nicht-finanziellen Covenants, unter anderem Negativverpflichtungen und Gleichrangigkeitserklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen weitere allgemein übliche Vereinbarungen zur Rückzahlung bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.

Risiken aus Zins- und Wechselkursschwankungen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mittels Zinspayerswaps und Devisentermingeschäften. Die Zinssicherungen werden als Bewertungseinheit bilanziert.

Konditionen der Sicherungsgeschäfte

 

 

 

 

 

 

Fixzins
in %

 

Terminkurs
in EUR/USD

 

 

Sicherungsgeschäfte

 

Nominal

 

Währung

 

von

 

bis

 

von

 

bis

 

Grundgeschäfte

Zinspayerswaps

 

491.000

 

TEUR

 

0,52

 

2,38

 

 

 

Konsortial­kredite

Devisentermingeschäfte1

 

608

 

TEUR

 

 

 

1,15

 

1,15

 

erwartete Transaktionen

1

Diese Sicherungsbeziehungen werden nicht bilanziert.

Liquidität

Aufgrund der konzernweit signifikant rückläufigen Verkehrsentwicklung im Geschäftsjahr 2020 kam es zu einem Mittelabfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit (Vorjahr: Mittelzufluss von TEUR 429.074).

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ergab sich vor allem aus den Investitionen in Bauprojekte. Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 501.899 auf TEUR 372.862 (Vorjahr: Mittelabfluss von TEUR 129.037) insbesondere aufgrund der Aufnahme von langfristigen Finanzschulden zur Sicherung der Liquidität.

Kapitalflussrechnung

In TEUR

Kapitalflussrechnung (Liniendiagramm)

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2020 lagen die Investitionen in selbstgenutzte Sachanlagen am Flughafen München insgesamt bei TEUR 387.809. Dem standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 189.538 gegenüber.

In diesen Investitionen sind vor allem Kosten für Bauprojekte enthalten, die im Geschäftsjahr 2020 noch nicht abgeschlossen waren. Hierzu zählten unter anderem Investitionen im Zusammenhang mit der Erschließung der AirSite West inklusive dem Projekt »LabCampus«, der Erweiterung und der Modernisierung des Terminals 1 sowie dem Ausbau des Bahntunnels für den Erdinger Ringschluss.

Zudem wurden Bauprojekte wie Infrastrukturmaßnahmen im östlichen Bereich, das Logistikzentrum und der Verkehrsknoten West 0 abgeschlossen und in Betrieb genommen.

Weitere Erläuterungen hierzu sind im Abschnitt Wichtige Ereignisse im abgeschlossenen Geschäftsjahr zu finden.

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