Geschäftsmodell des Konzerns

Grundlagen

Die Flughafen München GmbH (im Folgenden FMG) hat ihren Sitz in München. Als Muttergesellschaft des Flughafen München Konzerns (im Folgenden Flughafen München) betreibt sie den Verkehrsflughafen München.

Der Flughafen München ist in den Geschäftsfeldern Aviation, Commercial Activities, Real Estate und Participations, Services & External Business tätig. Das Leistungsprofil des Konzerns deckt nahezu alle am Flughafen-Campus verfügbaren Leistungen ab – vom Flugbetrieb über die Passagier- und Frachtabfertigung bis zum Einzelhandel, zum Hotelgewerbe und zur Gastronomie. Dieses integrierte Geschäftsmodell und seine Wertschöpfungstiefe heben den Flughafen München vom europäischen Wettbewerb ab.

Der Flughafen München bekennt sich zu einer nachhaltigen Unternehmenspolitik. Die Orientierung an ökonomischen, ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Zielen sichert die Akzeptanz des Flughafens und damit die Entwicklungsfähigkeit seines Geschäftsmodells.

Grundzüge der Leitung und Kontrolle

Eigentümer der FMG sind der Freistaat Bayern mit 51,0 %, die Bundesrepublik Deutschland mit 26,0 % und die Landeshauptstadt München mit 23,0 %.

Oberstes Kontroll- und Entscheidungsgremium ist die Gesellschafterversammlung. Sie trifft einstimmige Entscheidungen über die geschäftlichen Grundlagen des Konzerns, unter anderem den Flughafenausbau und die Aufnahme von Darlehen. Im Übrigen erfolgt die Beschlussfassung mit einfacher Mehrheit.

Governance-Struktur

Governance-Struktur (Organigramm)

Aufsichtsrat

Die FMG verfügt über einen Aufsichtsrat nach §§ 1 Abs. 1, 6 MitbestG. Der Aufsichtsrat übt Kontroll- und Mitbestimmungsrechte aus. Er bestellt die Mitglieder der Geschäftsführung und legt deren Vergütung fest. Auch Geschäfte, die bestimmte Wertgrenzen oder Laufzeiten überschreiten, bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werden von der Konzernbelegschaft, die Gesellschaftervertreter von der Gesellschafterversammlung gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder endet mit der Gesellschafterversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach Amtszeitbeginn beschließt.

Der Aufsichtsrat hat einen Vorschlagsausschuss, einen Arbeitsausschuss und einen Personalausschuss bestellt. Vorschlags-, Arbeits- und Personalausschuss wurden unter anderem mit den folgenden Aufgaben betraut.

Ausschüsse im Aufsichtsrat

 

 

 

Vorschlagsausschuss

 

  • Vorschlagsrecht für die Bestellung eines Mitglieds der Geschäftsführung für den Fall, dass die Abstimmung im Aufsichtsrat im ersten Wahlgang nicht die notwendige Zweidrittelstimmenmehrheit für das zu bestellende Mitglied der Geschäftsführung erreicht

Arbeitsausschuss

 

  • Stellungnahme zu den Beschlussvorlagen der Geschäftsführung
  • Zustimmung zu bestimmten Rechtsgeschäften, die festgelegte Wertgrenzen oder Laufzeiten überschreiten

Personalausschuss

 

  • Gestaltung der Verträge der Geschäftsführer (mit Ausnahme der Vergütung), Generalbevollmächtigten und Prokuristen
  • Zustimmung zu der Festlegung und Änderung der Vergütungsregeln im außertariflichen Bereich des Konzerns, zu der Einstellung oder Änderung der Gehaltsstufe bestimmter Angestellter ab einer festgelegten Gehaltsstufe beziehungsweise Vergütungshöhe sowie zu der Einführung oder Änderung betrieblicher Vorsorgeleistungen, unter anderem der betrieblichen Altersversorgung

Geschäftsführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung der FMG sind in der Regel fünf Jahre im Amt; eine erneute Bestellung oder Amtszeitverlängerung ist zulässig. Die Geschäftsführung besteht aus drei Mitgliedern und trägt die Verantwortung für die Unternehmenspolitik und die strategische Ausrichtung des Konzerns. Sie legt die Unternehmensbudgets fest und steuert die Geschäftsentwicklung.

Die Geschäftsführer der FMG erhalten eine erfolgsunabhängige (Festgehalt) und eine erfolgsabhängige Vergütung mit kurz- und mittelfristiger Anreizsetzung (Tantieme). Die Tantieme ist vor allem an den Konzernjahresüberschuss vor Steuern gebunden.

Frauenquote

Im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern legen Aufsichtsrat und Geschäftsführung der FMG Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Geschäftsführung sowie den ersten beiden Leitungsebenen fest.

Der Frauenanteil im Aufsichtsrat lag zum 30. Juni 2020 mit 19 % unter dem angestrebten Ziel von 31 %. Bis zum 30. Juni 2024 soll die Quote von 25 % erreicht werden. Im Betrachtungszeitraum haben Aufsichtsratswahlen und einige Mitgliederwechsel stattgefunden. Die Besetzung der Arbeitsnehmervertreter im Aufsichtsrat erfolgt durch Wahl, die Vertreter der Anteilseigner werden vorwiegend funktionsgebunden besetzt. Insofern ist die Möglichkeit des Aufsichtsrats zur direkten Beeinflussung des Frauenanteils eingeschränkt.

Der derzeitige Frauenanteil in der Geschäftsführung von 33 % erfüllte das Ziel zum 30. Juni 2020 und soll bis zum 30. Juni 2024 beibehalten werden.

Das angestrebte Ziel für den Anteil weiblicher Führungskräfte in der obersten Führungsebene der Konzernmuttergesellschaft FMG von 19 % konnte zum 30. Juni 2020 vollumfänglich erfüllt werden.

Der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der zweithöchsten Führungsebene zum 30. Juni 2020 betrug 22 %. Die Zielsetzung von 29 % konnte damit nicht erreicht werden. Im Betrachtungszeitraum wurden vier von zwölf Positionen mit Frauen besetzt. Nicht in allen Besetzungsverfahren standen Bewerberinnen zur Verfügung, die die erforderlichen Voraussetzungen für die vakanten Positionen erfüllten.

Unter der Prämisse, dass auf der obersten und der zweithöchsten Führungsebene zukünftig strukturelle und personelle Veränderungen stattfinden, wurde für die erste Leitungsebene ein Zielwert für einen Anteil an Frauen zum 30. Juni 2024 auf 25 % festgesetzt. Für die zweithöchste Führungsebene wird der Zielwert auf 30 % erhöht.

Geschäftstätigkeit

Organisationsstruktur

Die Organisationsstruktur des Konzerns gliedert sich in die Geschäfts-, Service- und Konzernbereiche der FMG. Die kaufmännische Steuerung und das interne Berichtswesen erfolgen über die Geschäftsfelder. Die in der Abbildung dargestellten Geschäftsfelder umfassen die Geschäfts- und Servicebereiche der FMG und die in die Geschäftsfelder eingebundenen Konzerngesellschaften. Die Geschäftsfelder werden in den nachfolgenden Kapiteln erläutert.

Organisationsstruktur des Flughafens München

1 Die MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH ist mit 100 % an der Munich AirportClinic GmbH beteiligt.
2 Die AeroGround Flughafen München GmbH ist mit 100 % an der AeroGround Berlin GmbH beteiligt.
3 Die Munich Airport International GmbH ist mit 100 % an der Munich Airport US Holding LLC, mit 60 % an der amd.sigma strategic airport development GmbH und mit 50 % an der ORAT AMS Group V.O.F. beteiligt. Die Munich Airport US Holding LLC ist wiederum mit 100 % an der EWR Terminal One LLC und mit 51 % an der Reach Airport LLC beteiligt.

Verglichen mit dem Vorjahr haben sich im Geschäftsjahr 2020 keine grundlegenden Änderungen an der rechtlichen und organisatorischen Struktur ergeben. Wesentliche Anteilserhöhungen oder -reduzierungen haben nicht stattgefunden. Eine detaillierte Übersicht der Anteilsverhältnisse ist im Konzernanhang dargestellt.

Im Geschäftsjahr 2020 gründete die Munich Airport International GmbH (im Folgenden MAI) mit der Arup B.V., Amsterdam/Niederlande mit jeweils 50 % die ORAT AMS Group V.O.F., Amsterdam/Niederlande, um die internationale Geschäftstätigkeit weiter auszubauen.

Insgesamt gehören dem Konzern 16 vollkonsolidierte Unternehmen, zwei assoziierte Unternehmen, eine Joint Operation und vier nicht-konsolidierte Unternehmen an. Diese werden durch das Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement entsprechend der jeweils zugeordneten Geschäftsbereichsstrategie gelenkt.

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