Risiken- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Die Geschäftsführung der FMG und aller Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist für die Früherkennung und Abwendung von Risiken, die den Fortbestand des Verkehrsflughafens und der Beteiligungen gefährden, verantwortlich. Die Konzernleitung trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem und legt mit der Kommunikation und Definition der Unternehmensstrategie und -ziele die wesentliche Grundlage dafür fest. Sie formuliert Vorgaben für den Prozess und die organisatorische Ausgestaltung des Risikomanagements.

Mit dem Risikomanagementsystem sollen Ereignisse und Entwicklungen, die sich negativ auf die strategische und operative Zielerreichung auswirken können, rechtzeitig erkannt und geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt werden. Es berücksichtigt alle Dimensionen der unternehmerischen Tätigkeit – sowohl ökonomische als auch ökologische und gesellschaftliche.

Die allgemeinen Grundsätze des Risikomanagements im Konzern sowie die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der im Risikomanagement beteiligten Funktionsträger regelt die Risikomanagementrichtlinie. Diese ist auf das international anerkannte Rahmenmodell »COSO ERM« (Committee of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission – Enterprise Risk Management) ausgerichtet.

Als zusätzliche unterstützende Steuerungs-, Kontroll- und Überwachungsinstanz innerhalb des Risikomanagementsystems dient der Risikomanagementausschuss. Als ranghöchstes Organ des Risikomanagements ist er direkt der Geschäftsführung unterstellt und besteht aus dem Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur, den Leitern der Geschäftsbereiche Aviation, Commercial Activities und Real Estate, den Leitern der Konzernbereiche Recht, Gremien, Compliance und Umwelt, Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement, Konzernsicherheit und Corporate Communication & Politics, dem Leiter des Servicebereichs IT sowie dem Risikomanager. Die Leitung Compliance ist im Risikomanagementausschuss als Gast beteiligt. Aufgabe des Risikomanagementausschusses ist es, die Risiken aus Konzernperspektive zu analysieren und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen zu überwachen. Er unterstützt bei der Entwicklung des Risikomanagementsystems sowie bei der Risikoidentifikation, -beurteilung und -steuerung. Der Risikomanagementausschuss tagt vierteljährlich und beschließt den Risikobericht, der anschließend der Geschäftsführung und den Gesellschaftern vorgelegt wird.

Der Risikomanagementprozess umfasst die nachfolgenden Schritte. Zur Unterstützung dieses Prozesses ist systemseitig eine Koordinations- und Kommunikationsplattform eingerichtet.

Identifikation und Kommunikation von Risiken

Alle Bereichsleiter und Geschäftsführer der Tochter- und Beteiligungsunternehmen sind für die Identifikation und Bewertung von Risiken verantwortlich. In den jeweiligen Bereichen erfolgt die Koordination, Verwaltung, Dokumentation und Weitergabe aller risikorelevanten Informationen durch den jeweiligen Risikobetreuer. Der Risikomanager prüft die Risikomeldungen der Bereiche auf Plausibilität und Einhaltung der konzernweiten Standards zur Risikobewertung. Er fasst die Einzelmeldungen der Bereiche in einem Risikobericht, unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit für den Konzern, zusammen und berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung und Gesellschafter. Zudem besteht für erstmals identifizierte, existenzgefährdende Risiken eine Ad-hoc-Berichtspflicht an die Geschäftsführung.

Als Grundlage für einen bewussten Umgang mit Risiken ist jeder einzelne Mitarbeiter in das unternehmensweite Risikomanagement involviert. Jeder Mitarbeiter trägt die Verantwortung, Gefahren in seinem Bereich zu beseitigen und Hinweise auf bestehende Risiken unverzüglich an seinen Vorgesetzten zu melden.

Bewertung von Risiken

Die systematische Risikobewertung ermöglicht es, festzustellen, in welchem Umfang die einzelnen Risiken die Erfüllung der Unternehmensziele und -strategien des Flughafens München gefährden und welche Risiken sich möglicherweise bestandsgefährdend auswirken können. Dazu werden die Faktoren Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit/-häufigkeit in einer zweidimensionalen Risikomatrix dargestellt. Die Schadenshöhe beschreibt, mit welchem Ergebniseffekt bei Eintritt des Schadensereignisses zu rechnen ist. Bei im Zeitverlauf wiederkehrenden Ereignissen wird mit der Eintrittshäufigkeit gearbeitet. Zunächst erfolgt die Bewertung ohne Berücksichtigung von Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Brutto-Risiken, siehe Abschnitt »Risiken«). Anschließend werden die Risiken nach Einleitung beziehungsweise Umsetzung von risikomindernden Maßnahmen bewertet (Netto-Risiken, siehe Abschnitt »Risiken«).

Risikohandhabung

Ausgehend von der Risikoanalyse werden im Einklang mit der Unternehmensstrategie und ökonomischen Aspekten geeignete Gegenmaßnahmen zur Risikohandhabung festgelegt. Zu den Strategien der Risikobewältigung zählen: kontrollieren, versichern, minimieren, eliminieren und abwälzen. Die Risikoverantwortlichen haben die Aufgabe, Gegenmaßnahmen zur Bewältigung von Risiken in dem jeweils betroffenen Bereich festzulegen und umzusetzen.

Risikoüberwachung

Der Risikomanager überwacht kontinuierlich die Effektivität des Risikomanagements. Zudem erfolgt eine separate Überwachung durch die interne Revision.

Compliance-Management-System

Compliance beinhaltet die Einhaltung aller für den Flughafen München relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und internationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Regelungen und Richtlinien. Der Flughafen München hat dazu ein konzernweites Compliance-Management-System eingerichtet, das die Gesamtheit aller organisatorischen Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der genannten Regeln gewährleistet werden kann, umfasst.

Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems.

Darüber hinaus werden Compliance-Risiken bei Überschreiten der internen Schwellenwerte im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die Gesellschafter kommuniziert. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Risikomanagement und Compliance statt.

Compliance-Risiken erkennen und minimieren

Die Konzerneinheit Compliance erstellt jährlich gemeinsam mit den Bereichen der FMG die Compliance-Risikoanalyse und führt sie mit den Compliance-Risikoanalysen der Tochter-/Beteiligungsgesellschaften zusammen.

Die Bewertung der Compliance-Risiken erfolgt analog zum Risikomanagement. Nach Abschluss der Compliance-Risikoanalyse wird die Geschäftsführung in einem Bericht über die Ergebnisse informiert.

Im Jahresbericht Compliance an den Aufsichtsrat der FMG wird ebenfalls über die Ergebnisse der Compliance-Risikoanalyse informiert. Liegen für ein Risiko trotz aller ergriffenen Gegenmaßnahmen ein hohes Schadenspotenzial und gleichzeitig eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit vor, wird dies im Bericht näher beleuchtet.

Für das Jahr 2020 bleiben nach Berücksichtigung der getroffenen Gegenmaßnahmen keine erheblichen Compliance-Risiken bestehen. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurden mit höchster Priorität entsprechende Schutzmaßnahmen für die Gesundheit der Beschäftigten und Kunden getroffen.

Korruptionsprävention

Die Compliance-Grundsätze und die Geschenke-/Einladungsrichtlinie unterstützen Geschäftsführung, Führungskräfte und Beschäftigte bei einem gesetzeskonformen und ethischen Verhalten am Arbeitsplatz. Sie sind im Intranet veröffentlicht und somit allen Beschäftigten zugänglich. Darüber hinaus verweisen die Grundsätze auf die Beachtung weiterer betriebsinterner Vorgaben, wie beispielsweise die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts bei Beschaffungs- und Vergabevorgängen, die Datenschutzorganisation oder die Informationssicherheit. Dadurch werden Prozessabläufe intern und extern transparent und nachvollziehbar. Bei Vergaben und Ausschreibungsverfahren fordert der Flughafen München von Bietern eine Verpflichtungserklärung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Korruption zu vermeiden. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen, zum Beispiel der Ausschluss von der Auftragsvergabe.

Die Position des Antikorruptionsbeauftragten wird durch die Leitung der Konzerneinheit Compliance wahrgenommen. Für das Jahr 2020 sind keine bestätigten Korruptionsfälle im Konzern bekannt. Kleinere Betrugsversuche gegen den Flughafen München konnten im Vorfeld unterbunden werden.

Kommunikation und Schulung

Eine Kernaufgabe der Konzerneinheit Compliance ist die Schulung und Beratung der Beschäftigten, der Führungskräfte und der Geschäftsführung der FMG in Compliance-Fragen, um so Compliance-Verstöße bereits präventiv zu verhindern.

Alle Mitarbeiter und Führungskräfte werden regelmäßig mit den Compliance-Dokumenten sowie mit ihren Aktualisierungen und Neuerungen vertraut gemacht. Infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde die Compliance-Unterweisung der Beschäftigten im Jahr 2020 flexibel sowohl persönlich als auch digital durchgeführt. Die Kenntnisnahme wurde dokumentiert.

Schulungen im Rahmen des Leadership-Excellence-Programms mussten aufgrund der Corona-Pandemie entfallen und werden modifiziert im Jahr 2021 entsprechend den aktuellen Entwicklungen wieder aufgenommen.

Die Geschäftsführung befasst sich in einem fortlaufenden Prozess in kurzen Abständen mit dem Thema Compliance, der Aufsichtsrat wird in regelmäßigen Abständen unterrichtet.

Elektronisches Hinweisgebersystem

Über ein elektronisches Hinweisgebersystem, das Business Keeper Monitoring System (BKMS®), können Mitarbeiter des Flughafens München, Geschäftspartner und auch Kunden Hinweise auf unternehmensschädigendes Verhalten geben. Im Zug der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten wird das Hinweisgebersystem fortan auch in englischer Sprache angeboten. Ferner können Dokumente nun auch anonymisiert auf elektronischem Weg zugeleitet werden. Daneben steht die Konzerneinheit Compliance internen und externen Personen auch über weitere Kommunikationswege (Telefon, E-Mail, persönliches Gespräch) als Ansprechpartner bei Hinweisen auf Compliance-Verstöße und zur Beratung zur Verfügung. In den Ausschreibungsunterlagen werden die Interessenten über die Möglichkeit zur Nutzung des BKMS® bei Verdacht auf einen Compliance-Verstoß informiert.

Datenschutz

Der Flughafen München hat umfassende Maßnahmen zur Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie des neu gefassten Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) getroffen. Die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften haben Datenschutzbeauftragte benannt, die die Beratungs- und Überwachungsaufgaben gemäß DSGVO wahrnehmen. In den Fachbereichen der FMG wurden zudem Datenschutzkoordinatoren implementiert, um die Themen und Risiken der Fachbereiche entsprechend identifizieren und abbilden zu können. Sie werden durch die Konzerneinheit Compliance in Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragten fortlaufend geschult, informiert und beraten. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird dies auch kurzfristig flexibel über verschiedene Medien gehandhabt.

Die Verantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes für ihre jeweiligen Verarbeitungsprozesse liegt im Einzelnen dezentral bei den einzelnen Fachbereichen der FMG beziehungsweise bei den Tochter-/Beteiligungsgesellschaften.

Der Datenschutzbeauftragte der FMG ist für die Beratung und Unterstützung der Fachbereiche zuständig und ist in den meisten Tochter-/Beteiligungsunternehmen unmittelbar als Datenschutzbeauftragter bestellt. Der Datenschutzbeauftragte der FMG ist disziplinarisch der Konzerneinheit Compliance unterstellt und hat eine unmittelbare, unabhängige Berichtslinie zur Geschäftsführung.

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie fanden im Jahr 2020 die Schulungsmaßnahmen für Konzernmitarbeiter und Führungskräfte zur weiteren Sensibilisierung in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit fast ausschließlich digital statt. Daneben wurde über das Intranet fortlaufend sensibilisiert. In Einzelfällen war zudem eine fachliche und individuelle Beratung gewährleistet, die die Sicherheit im Umgang mit personenbezogenen Daten unterstützt.

Risiken

Im Folgenden werden die Risiken erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit beziehungsweise auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Flughafens München ausüben könnten. Die Risiken werden jeweils vor (Übersicht Brutto-Risiken) und nach Berücksichtigung geeigneter Gegenmaßnahmen (Übersicht Netto-Risiken) dargestellt.

Die Risikobetrachtung bezieht sich auf die wirtschaftliche Belastung im angegebenen Betrachtungszeitraum. Zum 31. Dezember 2020 wurden für den Flughafen München folgende wesentliche Brutto-Risiken identifiziert:

Übersicht Brutto-Risiken

Übersicht Brutto-Risiken (Matrix)

Wir bereits im Kapitel Geschäftsverlauf ausführlich beschrieben, hat die Corona-Pandemie am Flughafen München zu einer signifikanten Reduktion des Passagierverkehrs im Vergleich zum Vorjahr geführt. Die weitere Verkehrsentwicklung hängt insbesondere von den internationalen Reisebeschränkungen und -warnungen ab. Aufgrund der hohen Infektionszahlen ist es aktuell sehr wahrscheinlich, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch einige Zeit andauern werden. Durch die anhaltende Verunsicherung der Passagiere sind mittelfristig Veränderungen des Reiseverhaltens zulasten des Flugverkehrs zu erwarten. Sparmaßnahmen in vielen Unternehmen sowie digitale Medien werden zumindest vorläufig für restriktive Reiserichtlinien im Geschäftsreiseverkehr und damit einhergehend weniger Dienstreisen sorgen.

Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Luftverkehrsindustrie unterliegen zum derzeitigen Zeitpunkt einer hohen Unsicherheit und haben damit massive Auswirkungen auf die Bewertung der Risiken »Verlust/Beeinträchtigung Hub, Einstellung/Reduzierung Airlines«, »Konjunktur« und »Markteinbruch durch Seuche/Krankheit«. Die beiden zuletzt genannten Risiken wurden im Vorjahresbericht nach dem 31. Dezember 2019 auf »sehr hoch« gesetzt. Das Risiko »Verlust/Beeinträchtigung Hub, Einstellung/Reduzierung Airlines« wurde im laufenden Geschäftsjahr 2020 neu bewertet und von einer »sehr geringen« auf eine »geringe« Eintrittswahrscheinlichkeit hochgestuft. Auch der Finanzierungsbedarf am Flughafen München wird fortlaufend überprüft, was sich im Liquiditätsrisiko widerspiegelt. Darüber hinaus hat das Risiko »Personalsituation« an Bedeutung gewonnen.

Risiken aus dem Eintritt von Ereignissen höherer Gewalt

Risiko

 

Beschreibung und Analyse

 

Gegenmaßnahme(n)

Natur­katastrophen

 

Langanhaltende und intensive Niederschläge verbunden mit Schneeschmelze und wassergesättigten Böden südlich von München bis zu den Alpen können entsprechende Hochwasserabflüsse in der Isar verursachen. Hierdurch könnte ein bedingter Bruch der Isardämme sowie der Hochwasserschutzdeiche bei Freising zu einer Überflutung der Terminals führen.

 

Sukzessive Erneuerung der Isardämme durch das Wasserwirtschaftsamt. In Teilen sind diese bereits saniert. Darüber hinaus plant der Freistaat Bayern, die Hochwasserschutzdeiche zurückzuverlegen. Zusätzlich überwacht der Flughafen München dauerhaft das Abwasserabflussgeschehen und führt Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durch. Eine im Jahr 2019 durchgeführte Untersuchung des Hochwasserschutzes hat zudem ergeben, dass dieser auch bei intensiven Niederschlägen und Sturzfluten, welche bei entsprechenden Wetterlagen auftreten können, ausreichend ist. Durch ein Krisen- und Risikomanagement am Flughafen München werden die Gegenmaßnahmen auf operativer Ebene verstärkt. Die Ereignisse Erdbeben, Sturm, Hagel und Hochwasser sind versichert.

Anschlag auf den Luftverkehr

 

Die Gefahr terroristischer Anschläge auf den Luftverkehr besteht unverändert fort. Neben Personen- und Sachschäden wäre als Folge zumindest kurzfristig mit einem Rückgang von Flugbewegungen und Passagieren zu rechnen.

 

Zur Abwendung eines terroristischen Anschlags ergreift die Konzernsicherheit strategische, operative sowie technische/organisatorische Maßnahmen: Vorhaltung ausreichender und gut ausgebildeter Personalressourcen, bauliche Maßnahmen zur Gewährleistung moderner und zugelassener Sicherheitstechnik und Infrastruktur, Überwachung der Dienstleistungsqualität durch nachhaltige Qualitätsmaßnahmen sowie ständiger Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden. Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen sind versichert.

Terror am Standort

 

Durch terroristische Handlungen auf dem Flughafen-Campus besteht das Risiko von Personen- und Sachschäden. Eine weitere Folge solcher Ereignisse wäre zumindest kurzfristig ein Rückgang von Flugbewegungen und Passagieren.

 

Zur Abwendung eines terroristischen Anschlags ergreift die Konzernsicherheit strategische, operative sowie technische/organisatorische Maßnahmen: Vorhaltung ausreichender und gut ausgebildeter Personalressourcen, bauliche Maßnahmen zur Gewährleistung moderner und zugelassener Sicherheitstechnik und Infrastruktur, Überwachung der Dienstleistungsqualität durch nachhaltige Qualitätsmaßnahmen sowie ständiger Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden. Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen sind versichert.

Wahrnehmung von Sicherheits­aufgaben

 

Für Sicherheitsaufgaben in überlassenen Bereichen sind die Luftfahrtunternehmen verantwortlich. Luftfahrtunternehmen erfüllen in diesen Bereichen die gleiche Aufgabe wie Flughafenbetreiber, unterliegen jedoch nicht der gleichen Aufsichtsbehörde. Für den Flughafen München besteht das Risiko, dass im Rahmen von Inspektionen Mängel in überlassenen Bereichen aufgedeckt werden und dadurch der Flughafen insgesamt seinen Sicherheitsstatus verliert.
Fehlerhaftes Kontrollverhalten könnte zu Sach- und Personenschäden sowie Reputationsverlust führen.

 

Aktuell ist ein Tochterunternehmen der FMG mit der Wahrnehmung operativer Sicherheitsaufgaben in den überlassenen Bereichen beauftragt; dessen Leistungserbringung unterliegt regelmäßigem Monitoring durch die FMG. Darüber hinaus erfolgt ein gegenseitiger, intensiver Austausch mit den zuständigen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden.

Markteinbruch durch Seuche/
Krankheit

 

Der Flughafen München ist Ein-, Aus- und Umsteigeplatz für Millionen von Fluggästen und somit ein möglicher Einfallort von Bakterien und Viren aus aller Welt. Der Ausbruch von Epidemien/Krankheiten kann zu Markteinbrüchen mit reduzierten Flugbewegungen und Passagierzahlen führen. Infolge der Corona-Pandemie gewinnt dieses Risiko besonders an Bedeutung. Aktuell ist erkennbar, dass durch die Pandemie am Flughafen München enorme wirtschaftliche Belastungen entstehen, was 2020 einen sehr hohen Ergebniseinbruch verursachte. Die Auswirkungen auf die Folgejahre sind derzeit wegen der hohen Unsicherheit nicht seriös abschätzbar.

 

Der Flughafen München unterliegt dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) und bedient sich einer Tochtergesellschaft zur Erfüllung der notwendigen Funktionen. Ebenso werden die von der EASA vorgegebenen Regeln zum Thema »Notfallplan« erfüllt. Dazu gehören unter anderem die Wahrnehmung der Einsatzleitung durch den Flughafenmedizinischen Dienst und die Berücksichtigung von Gesetzen und Vorgaben (zum Beispiel Infektionsschutzgesetz).
Aktuell werden beziehungsweise wurden zur Vermeidung von Ansteckungen bereits eine Reihe von Maßnahmen geplant beziehungsweise umgesetzt. Hierzu gehören unter anderem Schutzwände, berührungslose Zugänge und Armaturen, regelmäßige Hygieneinspektionsprüfungen für Lüftungsanlagen, Anpassung der Reinigungsqualität/-intervalle sowie das Projekt »Touchless Travel« mit zwei »eGates« zur berührungslosen Identifikation mittels Gesichtserkennung.
Von der EASA sowie von der europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) sind Empfehlungen ausgesprochen worden, die für ein sicheres Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie stehen. Diese Empfehlungen wurden in einem »Hygieneschutzkonzept« berücksichtigt und umgesetzt.
Zu den wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen finden sich Erläuterungen im Risiko »Konjunktur«.

Großbrand

 

Im Falle einer Beschädigung oder Zerstörung von Terminals oder Infrastrukturanlagen durch einen Großbrand ist mit Sach- und Personenschäden sowie bedeutenden und langfristigen Betriebsunterbrechungen zu rechnen.

 

Zur Minimierung des Großbrandrisikos betreibt der Flughafen München alle notwendigen Maßnahmen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes sowie eine eigene Flughafenfeuerwehr. Das Risiko Großbrand ist zusätzlich durch eine Feuerversicherung (Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung) sowie eine Betriebshaftpflichtversicherung (Haftpflichtansprüche Dritter) minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Flugunfall

 

Flugunfälle oder Schäden an Flugzeugen können zu Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen und Folgeschäden führen.

 

Zur Minimierung des Risikos unterhält der Flughafen München eine Flughafenfeuerwehr, einen medizinischen Dienst und ein Seelsorgeteam. Das Risiko Flugunfall ist durch Haftpflicht- und Kaskoversicherungen minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Marktrisiken

Risiko

 

Beschreibung und Analyse

 

Gegenmaßnahme(n)

Verlust/
Beeinträchtigung Hub, Einstellung/
Reduzierung Airlines

 

Die weltweite Corona-Pandemie hat seit Anfang des Jahres eine in diesem Ausmaß beispiellose Auswirkung auf den Luftverkehr, die entsprechende staatliche Stützungsmaßnahmen für die Fluggesellschaften erforderlich machten. Vor allem führen international unterschiedliche Quarantäne- und Einreisebestimmungen und Kontaktbeschränkungen in zahlreichen Zielgebieten zu immer weniger Mobilität und bremsen eine Normalisierung des Flugverkehrs. Die Pandemie führt zwangsweise zu gravierenden Reduzierungen des Angebots (Strecken, Frequenzen Fluggerät) und der Nachfrage. Im laufenden Winterflugplan konzentriert die Deutsche Lufthansa den größten Teil ihres aktuell stark reduzierten Interkontangebots auf den Standort Frankfurt und dünnt somit das Angebot in München deutlich aus.
Diese zeitlich begrenzte Maßnahme ist kein Präjudiz für eine Entscheidung zum Nachteil des Hubverkehrs in München in der Zeit nach der Pandemie. Aktuell sehen Planungsszenarien der Deutschen Lufthansa keine Beeinträchtigungen des Hubbetriebs vor. Lufthansa hält weiterhin an ihrer Strategie fest, den Flughafen München als Hub/Drehkreuz zu betreiben.
Für andere Airlines, die schon vor der Pandemie mit finanziellen Problemen kämpften, ist die weitere Entwicklung unsicher.
Das Risiko für einen kurzfristigen Verlust des Hubs wird daher als »gering« eingestuft.

 

Die Zusammenarbeit des Flughafens München mit der Deutschen Lufthansa beruht auf gemeinschaftlichen Investitionen und langfristigen Kooperationsabkommen. Der flächendeckende Einsatz von Schnelltests sowie von »Tested Flights« soll Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des interkontinentalen Luftverkehrs schaffen.
Trotz der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Flugverkehr wird die Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen München und der Deutschen Lufthansa fortgeführt. In diesem Zusammenhang wurde die am 16. Dezember 2019 unterzeichnete Absichtserklärung (Letter of Intent) zwischen beiden Parteien durch einen Sideletter im Oktober 2020 erweitert.
Darüber hinaus erhielt der Flughafen München 2020 durch das Institut Skytrax erneut die Spitzenbewertung als »5-Star-Airport«. Dies ist die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Neuanfang nach der Corona-Pandemie.

Konjunktur

 

Als Folge einer schwachen Konjunktur können die im Planungsprozess unterstellten Wachstumsparameter nicht erreicht werden, was sich negativ auf die Ergebnisentwicklung auswirkt.
Während größerer Wirtschaftskrisen kann es zu einem Zusammenbruch der Kreditfinanzierungsmärkte kommen.
Zunehmende protektionistische Tendenzen könnten den Welthandel im Allgemeinen, insbesondere aber den europäisch-amerikanischen Handel und damit den transatlantischen Luftverkehrsmarkt belasten. Daraus könnten sich für den Flughafen München wachstumshemmende Effekte ergeben.
Zusätzlich zu den oben genannten Erläuterungen besteht durch den Ausbruch der Pandemie eine starke Belastung der weltweiten Konjunktur. Die Wirtschaft in Ländern wie den USA oder Großbritannien ist besonders betroffen.
Da die weitere Entwicklung der Pandemie ungewiss ist, sind alle Prognosen mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet. Aktuell ist nicht seriös abschätzbar, welche wirtschaftlichen Belastungen hieraus für den Flughafen München in den Folgejahren entstehen werden.

 

Die Reduzierung der Ausgaben mittels Kostenmonitoring, gegebenenfalls sozial verträglicher Personalabbau, Kurzarbeit sowie eine kurzfristige Kürzung des Investitionsbudgets in nicht kritischen Bereichen sollen die Folgen von Konjunktureinbrüchen mindern.
Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit bestehen revolvierende Kreditlinien beziehungsweise können Darlehen am Kapitalmarkt aufgenommen werden.
Im Zug der Corona-Pandemie hat der Flughafen München diese Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet, um die wirtschaftlichen Belastungen zu reduzieren. Ziel ist eine Ergebnis- und Liquiditätssicherung.
Am 24. Dezember 2020 einigten sich die EU und Großbritannien auf ein Handelsabkommen, das eine umfassende Wirtschaftspartnerschaft vorsieht. Gravierende Handelshemmnisse konnten somit verhindert werden. Trotzdem ergeben sich Änderungen bei den Luftverkehrsrechten. Dagegen bleibt der Verkehr zwischen den einzelnen EU-Staaten und Großbritannien von den Änderungen unberührt.

Betriebliche Risiken

Risiko

 

Beschreibung und Analyse

 

Gegenmaßnahme(n)

IT-Ausfall

 

Aufgrund von Brand, Wassereinbruch und Sabotage kann ein Schaden am IT-System entstehen.
Ständige neue technologische Entwicklungen und die weltweit zunehmende Gefahr von Cyber-Angriffen führen zudem zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit von IT-Systemen und Netzwerken sowie die Datensicherheit. Im Bereich Cyber-Kriminalität ist ein zunehmendes, abstraktes Gefahrenpotenzial vorhanden, das einer stetigen Beobachtung und Einschätzung bedarf.
Ein Ausfall der IT für den Verkehrsbetrieb kann zu Betriebsunterbrechungen führen. Dies hätte finanzielle Einbußen sowie Reputationsschäden zur Folge.

 

Die unternehmenskritischen IT-Systeme sind grundsätzlich redundant und an räumlich getrennten Standorten untergebracht. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert.
Zur Abwendung einer Cybercrime-Attacke am Flughafen München gibt es ein zentrales Informationssicherheitsmanagement, das strategische, technische und organisatorische Maßnahmen zur Abwehr von Cyber-Attacken vorgibt und kontrolliert. Das Bewusstsein für Cyber-Risiken wird durch Trainings bei Führungskräften und Mitarbeitern verstärkt. Im Kompetenzzentrum gegen Cyber-Kriminalität (Information Security Hub) testen und suchen IT-Spezialisten des Flughafens gemeinsam mit erfahrenen IT-Security-Unternehmen neue Verfahren zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität. Zusätzlich erarbeitet der Flughafen München gemeinsam mit der Deutschen Flugsicherung und anderen Flughäfen Maßnahmen zur Abwehr von Cyber-Attacken.
Das Risiko ist durch eine Versicherung minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Wasserschaden

 

Ein Wasserschaden durch den Bruch von Trink- oder Löschwasserhauptleitungen kann zu einem Ausfall von wichtigen Infrastrukturanlagen für den Flugbetrieb führen.

 

Ferngesteuerte Notabschiebeeinrichtungen und zusätzliche Sicherungen der Rohrverbindungen begrenzen einen möglichen Schaden. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheits­vorgaben

 

Für den Flughafen München gelten nationale und EU-weite Luftsicherheitsvorgaben, die unter anderem die Themenschwerpunkte Flughafensicherheit, Fluggast- und Handgepäckkontrollen, Luftfracht- und Luftpost- sowie Warenkontrollen umfassen. Sicherheitsvorgaben werden fortlaufend an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Daraus können für den Flughafen München sowohl prozessuale als auch infrastrukturelle Änderungen entstehen. Entsprechende finanzielle Belastungen wären die Folge.

 

Über Verbands- und Gremienarbeit versucht der Flughafen München, die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Durch frühzeitige Information über laufende Gesetzgebungsverfahren wird eine rechtzeitige Umsetzung der Sicherheitsauflagen sichergestellt.
Zusätzliche, durch infrastrukturelle Änderungen entstandene Ausgaben werden der Entgeltrahmenvereinbarung zugrunde gelegt.

Nichtbestehen einer EU-Sicherheits-inspektion

 

Die Luftfahrtbehörden der EU führen Sicherheitsinspektionen an Flughäfen durch. Bei Nichterfüllen der Sicherheitsstandards und anschließender Verfehlung des Nachaudits kann der Flughafen München seinen »Clean«-Status verlieren. Die Folgen wären eine Erhöhung der Sicherheitsauflagen, eine erhebliche Behinderung in den betrieblichen Prozessen, Wettbewerbsnachteile sowie ein Imageverlust.

 

Der Flughafen München führt ein durchgängiges und strenges Qualitätsmanagement zur Steuerung der Qualität aller Sicherheitsaspekte am Flughafen München durch.
Die durchgeführten Qualitätskontrollen haben gezeigt, dass die getroffenen Gegenmaßnahmen sowie das konsequente Monitoring wirken und ein – in Theorie und Praxis – sehr gut geschultes Personal eingesetzt wird.
Daher reduziert sich die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos auf »niedrig«.

Ver- und Entsorgungs­einrichtungen

 

Die unzureichende Verfügbarkeit von betriebsnotwendigen Stoffen wie Strom, Wärme, Kälte, Trink- und Löschwasser, Abwasser und Abfall kann zu Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen.

 

Wartung und Instandhaltung, Netzredundanzen und Bevorratung reduzieren das Risiko von Versorgungslücken. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert.
Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Sanierung Ground Handling

 

Der Erfolg der Sanierung des ehemaligen Geschäftsbereichs Ground Handling könnte durch folgende ungewisse Ereignisse und Umstände gefährdet werden: nachhaltige Verkehrsrückgänge bei Bestandskunden, Abfertigungsverluste aufgrund der Abgabe von Teilflotten an Dritte, aggressive Preispolitik der Wettbewerber und zunehmender Preisverfall am Flughafen München.
Durch die Corona-Pandemie gewinnt dieses Risiko immer mehr an Bedeutung, da hohe Verkehrsrückgänge zu verzeichnen sind.

 

In den Verhandlungen zur Verlängerung des Langfristvertrags mit einem wichtigen Kunden der AE München wurde Ende 2016 ein neuer Vertrag abgeschlossen. Dadurch konnten einhergehende Sanierungstarifverträge verlängert werden.
Zur Kompensation von wegfallenden Abfertigungsvolumina finden laufend Gespräche mit potenziellen Neukunden statt. Im Fall eines Abfertigungsverlusts werden Kapazitäten und damit einhergehende Kosten abgebaut. Es erfolgen eine ständige Kontrolle und ein Reporting des Sanierungsfortschritts beziehungsweise Sanierungspfads.
Im Zuge des deutlichen Einbruchs der Abfertigungsvolumina durch die Pandemie wurde im Geschäftsjahr das Veränderungsprogramm »Restart«, das auch das Ground Handling umfasst, gestartet. Das Programm dient dazu, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Neben Maßnahmen zur Anpassung der Personalkapazität sollen im Rahmen des Programms auch organisatorische Veränderungen erarbeitet werden.

Personalsituation (Vorjahr: Personalbeschaffung/Rekrutierung)

 

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie befindet sich der Flughafen München im Krisenmodus. Wegen der massiven Verkehrseinbrüche geht der Konzern derzeit von einem deutlich niedrigeren Personalbedarf aus.
Die Problematik aus dem Vorjahr bezüglich Rekrutierung/Personalbeschaffung ist von nachgelagerter Bedeutung.
Der Flughafen München konzentriert sich auf die Bewältigung der Krise und ergreift Maßnahmen, die einerseits die Gesundheit der Mitarbeiter sicherstellen sollen und andererseits dazu dienen, die wirtschaftlichen Konsequenzen abzufedern.
Durch personalwirtschaftliche Maßnahmen kann es zu Know-how-Verlust kommen. Der Flughafen München ist bestrebt, trotz der eingeleiteten Gegenmaßnahmen bestehende Fachkräfte zu halten.

 

Die eingeleiteten Gegenmaßnahmen zielen auf Liquiditätssicherung und Begrenzung der negativen Ergebnisauswirkungen ab. Dazu wird die Personalkapazität an die sinkende Arbeitsmenge angepasst. Hierzu zählen vor allem der Abbau von Zeitguthaben sowie die im April 2020 eingeführte Kurzarbeit, die bis Ende 2021 verlängert wurde.
Darüber hinaus wurde, wie unter dem Risiko »Sanierung Ground Handling« beschrieben, das FMG-übergreifende Veränderungsprogramm »Restart« initiiert. Hier werden organisatorische und effizienzsteigernde Maßnahmen entwickelt sowie die Anpassung der Personalkapazität fokussiert.
Zusätzlich tritt zum 1. Januar 2021 der Notlagentarifvertrag in Kraft, der auf Bundesebene zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und Verdi/Beamtenbund dbb für die Flughafen München GmbH abgeschlossen wurde.

Drohnen

 

Mit zunehmender Anzahl von Drohnen im Luftraum besteht das Risiko, dass Drohnen unberechtigt in die Kontrollzone des Flughafens München eindringen und den Flugbetrieb stören oder gefährden.
Die Bundesregierung hat im Jahr 2017 mit der Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten verschärfte Regeln für Drohneneinsätze beschlossen, unter anderem eine Kennzeichnungspflicht sowie ein Betriebsverbot in Kontrollzonen von Flughäfen. Zudem hat die EU-Kommission am 24. Mai 2019 eine Vorschrift erlassen, um den zunehmenden Drohnenverkehr für die Menschen am Boden und in der Luft sicherer zu machen. Auf nationaler Ebene wurde Mitte 2019 die rechtliche Zuständigkeit für die Umsetzung der Drohnendetektion, -identifikation und -verifikation geregelt. An allen deutschen Verkehrsflughäfen ist hierfür die Deutsche Flugsicherung (DFS) zuständig. Die Umsetzung in den Mitgliedsstaaten erfolgte zum Dezember 2020 und soll zwei Jahre später abgeschlossen sein. Damit besteht ein verbindlicher Rechtsrahmen für den Betrieb von Drohnen in Europa auf der Basis von Risikobewertungen.
Die erforderlichen Gesetzesänderungen, die durch die EU-Durchführungsverordnungen (DV) notwendig werden, sind zum 31. Dezember 2020 noch nicht in Kraft getreten.

 

Obwohl die nationalen Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten in Bezug auf Detektion und Abwehr von Drohnen nicht beim Flughafenbetreiber liegen, hat in einem von der FMG initiierten Expertengespräch ein Austausch relevanter Stakeholder zum aktuellen Stand der Detektions- und Abwehrtechnik stattgefunden. Gemeinsam mit den Flughafenverbänden ADV, Airport’s Council International (ACI) und dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wirkt der Flughafen München an einer einheitlichen Regulierung des Drohnenverkehrs auf nationaler und europäischer Ebene mit.
Zudem wurde am Flughafen München im dritten und vierten Quartal 2020 durch die DFS in Zusammenarbeit mit dem Konzern und weiteren Partnern eine realitätsnahe technische Evaluierung von Detektionssystemen durchgeführt. Die Erkenntnisse aus dem Testprojekt dienen als Entscheidungsgrundlage, welche Technologie für zukünftige Drohnen-Detektion an und um die deutschen Verkehrsflughäfen geeignet erscheint.
Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Rechtliche Risiken

Risiko

 

Beschreibung und Analyse

 

Gegenmaßnahme(n)

Dritte Start- und Landebahn

 

Bedingt durch die Verschiebung der Entscheidung zur Realisierung der dritten Start- und Landebahn sind alle bisher angefallenen Planungs- und Grunderwerbskosten kontinuierlich auf ihre Werthaltigkeit hin zu überprüfen und gegebenenfalls abzuschreiben.
Auswirkungen aus dem 2018 vereinbarten Moratorium sowie der Corona-Pandemie wurden bilanziell berücksichtigt.
Ohne Kapazitätserweiterung durch den Bau der dritten Start- und Landebahn könnte es mittel- und langfristig zu einem signifikanten Unternehmenswertverlust kommen. Beeinflusst wird dieser vor allem durch ein Stagnieren beziehungsweise einen Rückgang des Verkehrsaufkommens und damit verbunden durch geringere Erlöse in den Bereichen Aviation und Non-Aviation.
Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Luftverkehrsindustrie unterliegen zum derzeitigen Zeitpunkt einer hohen Unsicherheit und hängen insbesondere von den internationalen Reisebeschränkungen und -,warnungen ab. Aufgrund des aktuellen Impfgeschehens ist vorgesehen, das Risiko 2021 neu zu bewerten und hinsichtlich der Einstufung zu überprüfen.

 

Die Bestätigung des Planfeststellungsbeschlusses durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) vom 19. Februar 2014 und im Folgejahr durch das Bundesverwaltungsgericht hat eine Begrenzung der rechtlichen Risiken für die Projektumsetzung zur Folge.
Als Gegenmaßnahmen zum signifikanten Unternehmenswertverlust waren die Diversifikation der Produktpalette und die Ausweitung des Auslandsgeschäfts geplant. In den Vorjahren startete das Projekt »LabCampus«, mit dem der Flughafen München beabsichtigt, einen einzigartigen Standort für Innovation und branchenübergreifende Kooperation zu schaffen. Die Expansion in den USA wird weiterhin umgesetzt.
Die dritte Start- und Landebahn bleibt für den Flughafen München langfristig ein zentrales strategisches Zukunftsprojekt.

Flächenenteisungs­mittel

 

Es wird davon ausgegangen, dass die Formiate des gegenwärtig verwendeten Flächenenteisungsmittels die Oxidation von Flugzeugbremsen beschleunigen. Im internationalen Normungsgremium SAE (Society of Automobile Engineers) wird über ein Verbot von Formiatenteisungsmitteln diskutiert. Als Alternative gibt es derzeit am Markt nur Enteisungsmittel auf Glykolbasis, deren Einsatz am Flughafen München vom Umweltministerium nicht zugelassen ist. Im Falle eines Verbots müssten zur Einhaltung der wasserrechtlichen Auflagen erhebliche Investitionen in die Abwassersysteme vorgenommen werden.

 

Die deutschen Verkehrsflughäfen gehen gemeinsam in den Verbänden ADV und BDL gegen das Verbot von Formiatenteisungsmitteln vor. Über das ACI Europe soll weiterhin Einfluss auf die SAE genommen werden.
In Gesprächen mit der bayerischen Wasserwirtschaftsbehörde, dem ACI Europe und der zuständigen SAE-Arbeitsgruppe wurde dargestellt, dass möglichst wenig Enteisungsmittel eingesetzt wird, um die Umweltauswirkungen gering zu halten. Zudem werden die eingesetzten Flächenenteisungsmittel vom Flughafen München im Notice to Airmen (NOTAM) veröffentlicht.
Hersteller der Enteisungsmittel sollen zukünftig zur Problemlösung eingebunden werden.

EU-Datenschutz-Grundverordnung

 

Neben den in der Risikomatrix aufgeführten rechtlichen Risiken bestehen Risiken im Zusammenhang mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die DSGVO erweitert die bestehenden Pflichten aus dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und erhöht die rechtlichen, betrieblichen und technisch-organisatorischen Anforderungen an den Datenschutz. Eine Verletzung dieser Rechte und Pflichten könnte hohe Bußgelder, Schadenersatzklagen, Abmahnungen sowie Reputationsschäden nach sich ziehen.
Aktuell werden am Flughafen München Fragestellungen im Zusammenhang mit der Nutzung der Videoüberwachung durch das CCTV-System (Closed Circuit Television) betrachtet.

 

Am Flughafen München wurde das Projekt zur Umsetzung der Anforderungen der DSGVO erfolgreich abgeschlossen. Damit wurden organisatorische Strukturen, Prozesse und deren Dokumentation angepasst sowie das Bewusstsein für Datenschutz im Konzern geschärft.
Als Gegenmaßnahmen für Datenschutzrisiken aus dem CCTV wurden insbesondere folgende Maßnahmen getroffen: Rollennutzungskonzept, Neubeschilderung zum Hinweis auf Videoüberwachung, Neuverhandlung der Betriebsvereinbarung zu CCTV, Konsolidierung der Rechtsgrundlage, Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung.
Auch hat der Flughafen München Datenschutzbeauftragte benannt sowie Datenschutzkoordinatoren implementiert, die fortlaufend durch die Konzerneinheit Compliance geschult und sensibilisiert werden.
Das Brutto-Risiko liegt hierfür unter der Risikotoleranzgrenze der FMG und ging daher nicht in die Darstellung der Risikomatrix ein.

Der Flughafen München ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit unterschiedlichen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. Diese können insbesondere zur Zahlung von Schadenersatz oder im Rahmen von Bauprojekten zu Änderungen der Leistungsvergütung führen. Ferner können weitere Rechtsstreitigkeiten eingeleitet oder bestehende Rechtsstreitigkeiten ausgeweitet werden. Neben den Sachverhalten, für die bereits bilanzielle Vorsorge getroffen wurde, erwartet der Flughafen München aus weiteren bekannten Fällen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage.

Zudem können weitere Risiken bei Bauprojekten durch Baupreissteigerungen, Lieferantenausfälle, Planungsverzögerungen und externe Einflüsse aus Öffentlichkeit, Umwelt, Politik, Technologiewechsel, Regeln der Technik oder sonstige Anforderungen entstehen, unter anderem durch Verschiebungen von Bauvorhaben. Die Investitionsprojekte werden hinsichtlich ihrer betriebswirtschaftlichen Rentabilität, ihrer Finanzierbarkeit und der mit den Investitionen verbundenen Risiken angemessen geplant und während der Durchführung laufend überwacht.

Im Zug der Gründung von ausländischen Tochtergesellschaften im Rahmen des Betriebs und der Beratung von anderen Flughäfen und Terminals können sich insbesondere Risiken aus der erstmaligen Übernahme der operativen Betriebsverantwortung im Ausland ergeben. Flughafenbetreiberprojekte unterliegen wie der Standort München selbst allgemeinen volkswirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Risiken. Aus risikominimierenden Gründen arbeitet der Flughafen München daher mit lokalen Partnern zusammen, die über Erfahrungen hinsichtlich der jeweiligen landestypischen Bestimmungen und Gegebenheiten verfügen. Um vor allem Haftungsrisiken zu begegnen, wurden im Vorjahr lokale Gesellschaften mit beschränkter Haftung gegründet. Im Zusammenhang mit Flughafenbetreiberprojekten, die in der Regel lange Laufzeiten vorweisen, ergeben sich insbesondere aus der Einschätzung der zukünftigen Luftverkehrsentwicklung und des Konsumverhaltens der Passagiere Risiken. Dieses Risiko wurde insbesondere durch die Corona-Pandemie verstärkt sichtbar. Ein mögliches Ausbleiben des Wachstums und/oder ein möglicherweise rückläufiger Luftverkehr, unter anderem verbunden mit verspäteten Ausbauvorhaben, könnten die Ertragsentwicklung der ausländischen Gesellschaften wesentlich nachteilig beeinflussen, woraus sich folglich Risiken für das investierte Kapital ergäben. Der Flughafen München wird im Jahr 2021 versuchen, mit entsprechenden vertraglichen Regelungen gegenüber dem Konzessionsgeber einen Ausgleichsmechanismus zu etablieren. Ebenso können Risiken durch unvorhergesehene behördliche Eingriffe in die Tarif-, Steuer- und Abgabenstruktur der Flughäfen oder auch durch vertragliche Verletzungen zum Nachteil der Flughafenbetreiber entstehen.

Ein allgemeines Risiko besteht auch aus steuerlichen (Betriebs-)Prüfungen von Steuerbehörden.

Finanzrisiken

Für die nachfolgend aufgeführten Brutto-Finanzrisiken lag die erwartete wirtschaftliche Belastung zum 31. Dezember 2020 unter der Meldegrenze. Sie gingen daher nicht in die Risikoberichterstattung ein. Die Überwachung und Steuerung dieser Risiken sind Aufgabe des zentralen Finanz- und Cashmanagements.

Finanzrisiken

Risiko

 

Beschreibung und Analyse

 

Gegenmaßnahme(n)

Währungsrisiken

 

Soweit geplanten Umsätzen in Fremdwährungen keine entsprechenden währungskongruenten Ausgaben gegenüberstehen, ergeben sich Währungsrisiken.

 

Währungsrisiken sichert der Flughafen München mit Devisentermingeschäften ab.

Kredit- und Bonitätsrisiken

 

Kredit- und Bonitätsrisiken entstehen vor allem aus kurzfristigen Geldanlagen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

 

Geldanlagen erfolgen nur bei (in der Regel deutschen) Kreditinstituten, die einer entsprechenden Einlagensicherung unterliegen.
Zum Management von Bonitätsrisiken gehören eine Bonitätsprüfung der Kunden, eine stetige Überwachung der offenen Posten und ein stringentes Mahnwesen. In Abhängigkeit von der Bonität werden bestimmte Aufträge nur gegen Vorauszahlung oder Stellung von Sicherheiten in Form von Bürgschaften erbracht.

Zinsänderungsrisiko

 

Zinsrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen sowie Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern.

 

Zinsrisiken aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mit Zinspayerswaps.

Liquiditätsrisiko

 

Der Flughafen München überwacht im Rahmen der langfristigen Wirtschaftsplanung und der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung das Risiko. Um die Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen, werden auf Basis einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten.
Im Zug der Corona-Pandemie gewinnt dieses Risiko immer mehr an Bedeutung.
Es können sich Risiken aus der Kreditvergabepraxis der Banken und geänderte Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

 

Zur Sicherstellung der Liquidität in der Pandemie hat der Flughafen München ein gesondertes Liquiditätsmanagement aufgesetzt. Die Liquiditätsplanung berücksichtigt dabei das laufende Geschäft, die Investitionen sowie die Finanzierungsaspekte für den gesamten Konzern.
Neben den Kostenreduzierungen, wie unter den Risiken »Konjunktur« und »Personalsituation« beschrieben, steht das Verschieben beziehungsweise das Vermeiden von Investitionsprojekten im Fokus.
Darüber hinaus hat der Flughafen München zur Liquiditätssicherung im November 2020 ein Schuldscheindarlehen über ein Gesamtvolumen von 380 Mio. EUR aufgesetzt. Darüber hinaus bestehen revolvierende Kreditlinien.

Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen verbleiben folgende Netto-Risiken:

Übersicht Netto-Risiken

Übersicht Netto-Risiken (Matrix)

Chancen

Der Flughafen München steht als internationales Luftverkehrsdrehkreuz im Wettbewerb mit anderen großen Verkehrsflughäfen. Für den Erhalt und Ausbau der Marktposition des Flughafens ist ein funktionelles und zielgerichtetes Chancenmanagement von zentraler Bedeutung. Dies ist am Flughafen München integraler Bestandteil der Strategie- und Planungsprozesse. Als Chancen werden künftige Entwicklungen und Ereignisse gesehen, die zu einer positiven Planungs- oder strategischen Zielabweichung führen können. Dabei werden sowohl externe (zum Beispiel Veränderungen im Marktumfeld) als auch interne Chancen (zum Beispiel Programme zur Effizienzsteigerung) betrachtet.

Für die Ableitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Chancennutzung sind alle Bereichsleiter und Geschäftsführer der Tochter- und Beteiligungsunternehmen verantwortlich. Sie werden dabei durch den Konzernbereich Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement unterstützt. Darüber hinaus sind prinzipiell alle Mitarbeiter der Flughafen München GmbH und ihrer Tochtergesellschaften dazu angehalten, im Rahmen ihrer täglichen Arbeit Chancen zu identifizieren und an ihre Vorgesetzten zu melden. Um die unternehmenseigenen Ressourcen optimal zu nutzen, betreibt der Flughafen München neben einem klassischen Ideenmanagement auch ein professionelles und toolgestütztes Innovationsmanagement (Erläuterungen hierzu im Kapitel Innovations- und Ideenmanagement).

Grundsätzlich strebt der Flughafen München ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken an. Sofern es wahrscheinlich ist, dass die Chancen eintreten, wurden diese bereits in die Prognose 2021 beziehungsweise die mittel- und langfristige Planung aufgenommen. Die dargestellten Chancen konzentrieren sich deshalb auf künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für den Flughafen München positiven Abweichung von der Prognose und der mittel- und langfristigen Planung führen können.

Die Bewertung der Chancen orientiert sich an der Systematik der Risikobewertung. Der aus den Chancen resultierende wirtschaftliche Vorteil und die Eintrittswahrscheinlichkeit werden analog zu den betrachteten Risiken in die folgenden Kategorien eingeteilt:

Wirtschaftlicher Vorteil

 

Betrag in €

gering

 

1-5 Mio.

mittel

 

5-30 Mio.

hoch

 

30-150 Mio.

sehr hoch

 

>150 Mio.

Eintrittswahrscheinlichkeit

 

Prozentuale Intervalle

sehr gering

 

5–10 %

gering

 

10–25 %

mittel

 

25–50 %

hoch

 

>50 %

Die Eintrittswahrscheinlichkeit und finanziellen Auswirkungen (wirtschaftlicher Vorteil) werden, anders als bei den Risiken, nicht separat ausgewiesen, sondern in den Chancenkategorien »hohe Relevanz« und »geringe Relevanz« zusammengefasst.

Da der Flughafen München mit teils sehr langen Planungszeiträumen konfrontiert ist, erfolgt für die Chancen zusätzlich eine Angabe des Eintrittszeitpunkts in kurz-, mittel- oder langfristig.

Fristigkeit

 

Zeitraum

kurzfristig

 

<2 Jahre

mittelfristig

 

2–5 Jahre

langfristig

 

>5 Jahre

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich aufgrund der aktuellen Situation zum 31. Dezember 2020 Änderungen bei den identifizierten Chancen ergeben.

Diese betreffen hauptsächlich die Benennung und thematische Zusammenfassung von Chancen. Die Vorjahreschancen »Konsum«, »Konjunktur«, »Verkehr«, »Hub-Entwicklung« und »Off-Campus« sind in den Chancen »Entwicklung der Corona-Pandemie«, »Volkswirtschaftliche Entwicklung« und »Marktentwicklung« enthalten. Die Chance »CO2-Strategie« wurde in »Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen (CO2-Strategie)« umbenannt. Darüber hinaus wurden die Chancen »Regulierung und Gesetzgebung«, »Zins- und Wechselkursentwicklung« sowie »Interne Prozess- und Effizienzverbesserungen« neu aufgenommen.

Übersicht Chancen am Flughafen München

Chancen

 

Bewertung

 

Eintrittszeitpunkt

 

Zusammenfassung der Maßnahmen

Entwicklung der Corona-Pandemie

 

hohe Relevanz

 

kurz- und mittelfristig

 

  • systematische Beobachtung der Pandemieentwicklung und Maßnahmenableitung
  • enge Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern (vor allem Airlines)

Volkswirtschaftliche Entwicklung

 

hohe Relevanz

 

kurz- und mittelfristig

 

  • fortlaufende Beobachtung der globalen Wirtschaftsentwicklung
  • Ableitung von Maßnahmen zur Chancennutzung in allen relevanten Geschäftsfeldern

Marktentwicklung

 

hohe Relevanz

 

kurz-, mittel- und langfristig

 

  • intensive Airline-Akquise
  • Qualitätsmanagement
  • enge Zusammenarbeit mit Systempartner DLH

Regulierung und Gesetzgebung

 

geringe Relevanz

 

langfristig

 

  • Verbandsarbeit
  • Nutzung der Expertise im Bereich Corporate Communication & Politics

Schienenanbindung

 

hohe Relevanz

 

langfristig

 

  • intensiver Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern und der Deutschen Bahn
  • eigene Expertise im Bereich Schienenanbindung

Zins- und Wechsel­kursentwicklung

 

geringe Relevanz

 

kurzfristig

 

  • Anpassung Produkt- und Service-Portfolio im Einzelhandelsbereich

Umsetzung von Klimaschutz­maßnahmen (CO2-Strategie)

 

geringe Relevanz

 

langfristig

 

  • fortlaufende Trendbeobachtung hinsichtlich Effizienzsteigerung bei emissionsarmen Technologien

Interne Prozess- und Effizienz­verbesserungen

 

geringe Relevanz

 

kurzfristig

 

  • intensive Nutzung der im Unternehmen vorhandenen Expertise (unter anderem siehe Veränderungsprogramm »Restart«)
  • effiziente Ausrichtung sowie organisatorische Veränderungen

Off-Campus

 

geringe Relevanz

 

mittel- bis langfristig

 

  • Beobachtung des ausländischen Geschäfts und Weiterentwicklung

Real Estate

 

geringe Relevanz

 

langfristig

 

  • sukzessive Umsetzung der innovativen Immobilienkonzepte am Campus

Entwicklung der Corona-Pandemie

Die Reise- und Tourismusindustrie ist aufgrund der weltweit stark eingeschränkten Mobilität besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Die weitere Entwicklung insbesondere hinsichtlich der Mobilitätsbeschränkungen ist daher von herausragender Bedeutung für die Erholung im weltweiten Luftverkehr und damit auch für den ökonomischen Erfolg des Flughafens München. Aktuell wird allgemein davon ausgegangen, dass die Luftverkehrsindustrie mehrere Jahre brauchen wird, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Sollten sich zum Beispiel durch medizinischen Fortschritt eine bessere Entwicklung als erwartet oder Chancen in anderen Geschäftszweigen im Konzern ergeben, hätte dies einen deutlich positiven Einfluss auf das EBT des Flughafens München. Auch entsprechende Corona-Hilfen für den Flughafen München, die nicht in der Planung berücksichtigt sind, könnten sich positiv auswirken. Der Konzern beobachtet die weitere Entwicklung systematisch und steht im Rahmen seiner Akquisetätigkeit in engem Kontakt mit Fluggesellschaften. Ziel ist es, überdurchschnittlich an einer möglichen Erholung zu partizipieren.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer frühzeitigen Erholung aktuell als gering eingestuft wird, ist die daraus resultierende Chance aufgrund ihres hohen Ergebniseffekts mit »hoher Relevanz« zu bewerten.

Volkswirtschaftliche Entwicklung

Es besteht eine enge Korrelation zwischen dem Wachstum des nationalen und globalen Wirtschaftsaufkommens und dem Luftverkehrswachstum. Die wirtschaftliche Entwicklung wird derzeit sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch weltweit in erheblichem Ausmaß durch die Corona-Pandemie belastet. Unter der Prämisse, dass der weitere Pandemieverlauf mit den vorherrschenden Maßnahmen weitgehend unter Kontrolle gebracht werden kann, wird für die Folgejahre eine deutliche Erholung angenommen. Obwohl hier die Abwärtsrisiken überwiegen, besteht dennoch die Chance einer schnelleren Erholung in der Wirtschaft und eines damit einhergehenden Wachstums des Luftverkehrs.

In den vergangenen Jahren konnten in verschiedenen Ländern protektionistische handelspolitische Tendenzen beobachtet werden. Prominente Beispiele hierfür sind die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit). Da das Luftverkehrsaufkommen stark vom Grad der Globalisierung der Weltwirtschaft abhängt, haben protektionistische Maßnahmen grundsätzlich einen bremsenden Effekt auf den globalen Luftverkehr. Sollten sich diese Tendenzen in den Folgejahren umkehren und politisch wieder verstärkt auf die globale Arbeitsteilung gesetzt werden, könnte dies das Wirtschafts- und Luftverkehrswachstum fördern.

Darüber hinaus beobachtet der Flughafen München in unterschiedlichen Unternehmensbereichen intensiv alle weltweit relevanten Volkswirtschaften. So werden Potenziale für die verschiedenen Geschäftsfelder (zum Beispiel Aviation, Commercial, internationales Geschäft) erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Chancennutzung dezentral eingeleitet.

Da die volkswirtschaftliche Entwicklung einen der zentralen Einflussfaktoren für den Luftverkehr darstellt, sind die daraus resultierenden Chancen kurz- und mittelfristig mit »hoher Relevanz« zu bewerten.

Marktentwicklung

Entwicklungen bei den Fluggesellschaften sind von besonderer Bedeutung für das Verkehrsaufkommen an Flughäfen. Die Fluggesellschaften stehen aktuell vor historisch beispiellosen Herausforderungen. Die momentane Situation ist aufgrund des deutlich eingeschränkten Verkehrsaufkommens mit erheblichen Verlusten für die Fluggesellschaften verbunden. Da vor Ausbruch der Pandemie bereits ein klarer Trend hin zu einer Konsolidierung des europäischen Airline-Markts zu beobachten war, ist nun aufgrund der Krisenauswirkungen mit einer Fortsetzung beziehungsweise sogar mit einer Intensivierung dieses Trends zu rechnen. Aktuell ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Flugreisen im Zug der Pandemie und ihrer Folgen über einen längeren Zeitraum unterhalb des Vorkrisenniveaus verbleibt. Im Falle einer weitreichenden Konsolidierung der Fluggesellschaften würde sich die verbleibende Nachfrage allerdings auf weniger Anbieter verteilen. Darüber hinaus erscheint es möglich, dass die verbleibenden Netzwerk-Carrier verkleinert aus der Krise hervorgehen und sich auf weniger Drehkreuzstandorte konzentrieren, um ihre Verkehre effizient zu bündeln.

Der Flughafen München betreibt seit Längerem ein intensives Qualitätsmanagement und hat als einer von wenigen Flughäfen weltweit den Status eines 5-Star-Airports. Auch verfügt er über ein äußerst attraktives Einzugsgebiet, sowohl hinsichtlich geschäftlicher als auch privater Reisen, und betreibt seit Jahren eine professionelle Airline-Akquise. Mit der Deutschen Lufthansa hat der Flughafen München einen wichtigen Kunden, der am Standort München ein Drehkreuz betreibt und auch zukünftig daran festhalten möchte. Darüber hinaus beruht die Zusammenarbeit auf gemeinschaftlichen Investitionen und langfristigen Kooperationsabkommen.

Sollte es zu einer weitgehenden Konsolidierung des Airline-Markts kommen, könnte der Flughafen München mittelfristig überproportional an der Erholung im Luftverkehrsmarkt partizipieren, was zu einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung führen könnte.

Obwohl eine solche Entwicklung aufgrund der aktuellen Situation unsicher ist, ist die daraus resultierende Chance aufgrund ihres Einflusses auf die weitere Unternehmensentwicklung mittel- und langfristig mit »hoher Relevanz« zu bewerten.

Regulierung und Gesetzgebung

Der Luftverkehr ist ein historisch stark regulierter Markt. Dementsprechend stellen Gesetze, Verordnungen und internationale Abkommen auch in der heutigen Zeit noch einen entscheidenden Einflussfaktor für den Luftverkehr dar. Die Einführung neuer sowie die Änderung bestehender Regulierungen kann Risiken, aber auch Chancen für die Marktteilnehmer bergen.

Im Jahr 2011 führte die Bundesregierung mit der deutschen Luftverkehrsabgabe eine Ticketsteuer ein, welche zum 1. April 2020 erhöht wurde. Die Abgabe dient der Umsetzung von klimapolitischen Zielen. Ziel der Erhöhung ist es, eine Verlagerung des Verkehrsaufkommens auf die Schiene zu erreichen. Die Luftverkehrsabgabe hat aufgrund ihres nationalen Charakters wettbewerbsverzerrende Effekte im europäischen Luftverkehrsmarkt zur Folge. Dies führt dazu, dass Passagiere aus grenznahen Gebieten vermehrt Flughäfen im Ausland als Abflugort wählen. Sollte die Luftverkehrssteuer durch effektivere internationale beziehungsweise supranationale klimapolitische Instrumente abgelöst werden, könnten dadurch wettbewerbsverzerrende Effekte abgebaut werden. Dies könnte in der Folge zu einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens am Flughafen München führen.

Im Zug der aktuellen Krise nahm die Diskussion zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums (Single European Sky) an Fahrt auf. Die Europäische Kommission hat das Programm Single European Sky bereits im Jahr 1999 gestartet. Neben der Einführung einheitlich hoher Sicherheitsstandards wird dabei auf eine Erweiterung der Luftraumkapazität und eine ökonomischere supranationale Kooperation der einzelnen nationalen Flugsicherungsorganisationen abgezielt. Konkret geht es unter anderem darum, den Airlines wirtschaftlichere Flugrouten (direkte Luftlinie) zu ermöglichen, da hier immer noch erhebliches Verbesserungspotenzial besteht. Durch effizientere Flugrouten könnten signifikant Kerosin eingespart und damit CO2-Emissionen vermieden werden (bis zu 10 %). Während Letzteres einen positiven Imagegewinn für den Luftverkehr als Ganzes mit sich bringen könnte, würde sich Ersteres aufgrund der niedrigeren Kosten positiv auf die Nachfrage nach Flugreisen auswirken. Es handelt sich bei Single European Sky allerdings um eine überaus komplexe Thematik, da dabei Fragen nationaler Souveränität der einzelnen europäischen Staaten berührt werden. Die Erarbeitung von Lösungsansätzen muss dementsprechend im Zusammenspiel aller nationalen und europäischen Akteure und im Dialog mit der Industrie stattfinden.

Um Chancen aus Regulierung und Gesetzgebung adäquat zu nutzen, unterhält der Flughafen München die Abteilung Politik & Region und engagiert sich in verschiedenen Luftverkehrsverbänden, wie etwa dem BDL. Zentrales Ziel ist es dabei, wichtige Regulierungen für den Luftverkehrssektor mitzugestalten und wettbewerbsverzerrenden Effekten entgegenzuwirken.

Zusammenfassend betrachtet sind die Chancen aus Regulierung und Gesetzgebung aufgrund der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit aktuell mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Zins- und Wechselkursentwicklung

Günstige Zins- und Wechselkursentwicklungen können sich positiv auf das Finanzergebnis des Konzerns auswirken. Dementsprechend können Währungseffekte aus der Umrechnung von Ergebnissen, die nicht auf Euro lauten, in die funktionale Währung des Konzerns (Euro) die Finanzergebnisse positiv beeinflussen.

Im Einzelhandelsgeschäft am Flughafen München spielen internationale Kunden (außerhalb der Eurozone) aufgrund teilweise deutlich überdurchschnittlicher Retail-Ausgaben eine besondere Rolle. Interne Analysen haben ergeben, dass sich Schwankungen im Wechselkurs (Euro versus Fremdwährung) signifikant auf die Einzelhandelserlöse auswirken. Eine Abwertung des Euro gegenüber relevanten Fremdwährungen bietet daher das Potenzial einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung. Aufgrund der krisenbedingt sehr niedrigen Passagierzahlen und des damit verbundenen Einbruchs der Einzelhandelsumsätze ist dieser Effekt im Vergleich zu den Vorjahren allerdings deutlich abgeschwächt.

Der Flughafen München geht insgesamt davon aus, von vorteilhaften Entwicklungen auf den Finanzmärkten profitieren zu können.

Insgesamt ist die aus Zins- und Wechselkursentwicklungen entstehende Chance aufgrund der aktuellen Krisensituation kurzfristig betrachtet mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen

Der Flughafen München verfolgt das Klimaziel »C02-Neutralität bis 2030«. Er wird den von ihm beeinflussbaren C02-Footprint durch eine Kombination von Reduktions- und Offsetting-Maßnahmen auf null senken. Die Umsetzung dieser CO2-Strategie ist mit Kosten verbunden. Im Bereich der Energieerzeugung und -einsparung sowie der erneuerbaren Energien ist allgemein eine fortschreitende Effizienzsteigerung zu beobachten. Sollte sich diese Entwicklung in beschleunigtem Maß fortsetzen, könnten durch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei der emissionsarmen Energieerzeugung die Kosten für die CO2-Neutralität des Flughafens München das erwartete Niveau unterschreiten. Die Bereiche Umwelt, Technik sowie das strategische Nachhaltigkeitsmanagement des Flughafens beobachten diesbezügliche Trends.

Langfristig könnte eine damit verbundene überplanmäßige Ergebnisentwicklung einhergehen. Die daraus resultierende Chance ist allerdings aufgrund des vergleichsweise geringen Ergebniseffekts mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Interne Prozess- und Effizienzverbesserungen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den Flughafen München dazu veranlasst, das Veränderungsprogramm »Restart« aufzusetzen. Das Programm dient dazu, das Unternehmen zukunftsfähig und effizient aufzustellen. Neben Maßnahmen zur Anpassung der Personalkapazität sollen im Rahmen des Programms auch organisatorische Veränderungen erarbeitet werden. Die Führungsstrukturen sowie die Schnittstellen zwischen Abteilungen stehen dabei ebenso auf dem Prüfstand wie die Unternehmensstrategie und die Konzernstruktur. Erste Abschätzungen zu ergebnisverbessernden Effekten des Programms sind Bestandteil der den Gremien der FMG Ende 2020 vorgelegten mittelfristigen Planung. Die Maßnahmen des Programms werden im Lauf des Jahres 2021 konkretisiert und anschließend umgesetzt. Da die wirtschaftlichen Effekte des Veränderungsprogramms »Restart« bereits in der mittelfristigen Planung des Flughafens München berücksichtigt und dabei ambitionierte Zielsetzungen unterstellt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit einer deutlich überplanmäßigen Entwicklung als gering einzustufen. Die daraus resultierende Chance wird demnach aktuell mit »geringer Relevanz« bewertet.

Off-Campus

Das Off-Campus-Geschäft des Flughafens München (Dienstleistungen und Handel) könnte sich besser entwickeln als erwartet.

Mittel- und langfristig könnte eine damit verbundene überplanmäßige Ergebnisentwicklung einhergehen. Die daraus resultierende Chance ist allerdings aufgrund des vergleichsweise geringen Ergebniseffekts mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Real Estate

Die innovativen Immobilienkonzepte, die im Rahmen von LabCampus umgesetzt werden, könnten auf lange Sicht zu einer höheren Immobiliennachfrage führen als im Plan angenommen. Dies hätte eine Umsatzsteigerung in diesem und gegebenenfalls anderen Geschäftsfeldern zur Folge.

Die Wahrscheinlichkeit einer deutlich überplanmäßigen Entwicklung wird aktuell als gering eingestuft. Die Bewertung der daraus resultierenden Chance erfolgte demnach mit »geringer Relevanz«.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

Für den Flughafen München als zweitgrößten Verkehrsflughafen in Deutschland und einen der größten Airports in Europa ist es wichtig, sich bietende Chancen aktiv zu nutzen, um durch ein stetiges Wachstum seine Position am Markt zu sichern und weiter zu verbessern. Aber auch Risiken rechtzeitig zu erkennen und ihnen systematisch entgegenzuwirken, ist ein zentrales Ziel des Flughafens München.

So wird jedes Jahr die aktuell erwartete Wirkung möglicher Ereignisse und Entwicklungen bereits in der Geschäftsplanung berücksichtigt. Die berichteten Chancen und Risiken sind als über das prognostizierte Unternehmensergebnis hinausgehende potenzielle Abweichungen definiert. Der Flughafen München konsolidiert und aggregiert die von den Unternehmensbereichen und Konzerngesellschaften gemeldeten Risiken und berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung und Gesellschafter. Chancen werden unter Einbezug des Konzernbereichs Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement identifiziert und gesteuert.

Die Ausbreitung des Coronavirus und seine Auswirkungen auf den globalen Flugverkehr haben die Risikosituation des Flughafens München gegenüber dem Vorjahr signifikant negativ beeinflusst. Unter Berücksichtigung dieser aktuellen Situation erfolgte eine Überprüfung beziehungsweise eine Neueinstufung der Risiken. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sich weiterhin auf das Ergebnis auswirken werden. Allerdings ist der weitere Fortgang der Pandemie nicht absehbar, sodass eine abschließende Risikoeinschätzung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist.

Aus dem konzernweiten Risikomanagementsystem wie auch nach Einschätzung der Geschäftsführung waren im aktuellen Prognosezeitraum keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Flughafens München gefährden. Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass der Zugang zu Liquidität zur Deckung des Finanzierungsbedarfs wie im Vorjahr möglich ist, um die durch die Corona-Pandemie bedingten Herausforderungen zu überwinden. Die grundsätzliche Ertragskraft des Flughafens München mit den diversifizierten Geschäftsfeldern bildet eine solide Grundlage um die Chancen für die zukünftige Geschäftsentwicklung zu nutzen und die hierfür notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Der Flughafen München weist darauf hin, dass verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen.

München, den 15. April 2021

Jost Lammers

Andrea Gebbeken

Thomas Weyer

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