Rückblick auf ein ungewöhnliches Jahr 2020 (Foto)

Rückblick auf ein ungewöhnliches Jahr 2020

Chronologie des Krisenjahres

Regenbogen (Foto)

»Wir sind wie die Luftverkehrsgesellschaften unverschuldet in eine schwierige Lage geraten, die uns vor enorme Herausforderungen stellt. Jetzt gilt es, den Münchner Flughafen durch eine mehrjährige Phase der Konsolidierung zu führen. Ich bin zuversichtlich, dass unser Airport seine Rolle als bedeutendes europäisches Luftverkehrsdrehkreuz wieder einnehmen wird.«

Jost Lammers

Bedeutsame Fracht

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise zeigt sich die Bedeutung des Münchner Airports für den Transport von Hilfsgütern und Schutzausrüstung. Durchschnittlich 20 tägliche Frachtflüge im April befördern medizinische Schutzgüter. Diese fliegenden Sondertransporte leisten einen wichtigen Beitrag zum logistischen Krisenmanagement innerhalb der Bundesrepublik.

Bedeutsame Fracht (Foto)
Gelegenheit wahrgenommen (Foto)

Gelegenheit wahrgenommen

Der Münchner Flughafen nutzt den durch die Corona-Pandemie verursachten Einbruch des internationalen Luftverkehrs für die Instandhaltung des Bahnsystems. Erstmals finden die notwendigen Reparaturarbeiten an einer Startbahn, die normalerweise nur nachts und unter hohem Zeitdruck möglich sind, tagsüber statt. Zunächst wird die südliche Start- und Landebahn für rund drei Wochen komplett gesperrt. Kurz darauf folgt die nördliche Start- und Landebahn. Die komplette Sperrung verkürzt den Reparaturzeitraum und verringert die Kosten erheblich.

Chronologie des Krisenjahres

Infolge der weltweiten Reisebeschränkungen kommt im zweiten Quartal 2020 der Passagierverkehr am Münchner Flughafen nahezu zum Erliegen. Das Fluggastaufkommen reduziert sich um 98 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Starts und Landungen geht in diesem Zeitraum um rund 92 Prozent zurück. Der absolute Tiefpunkt wird im April und Mai erreicht. Hier liegen die Fluggastzahlen nun lediglich bei rund einem Prozent der Vorjahreswerte. Nach einer leichten Erholung in den Sommermonaten verschärft sich die Lage im Herbst und Winter erneut. Wegen zahlreicher Beschränkungen und Reisewarnungen verzeichnet der Airport zum Jahresende einen historischen Tiefstand von elf Millionen Passagieren, die 2020 von und nach München geflogen sind.

Massive Rückgänge der Fluggastzahlen

  • 29. Januar

    Lufthansa und viele andere europäische Airlines stoppen ihren Flugverkehr nach China

  • 13. März

    Einstellung aller Lufthansa-Transatlantikverbindungen ab München

  • 16. März

    Reisebeschränkungen und Grenzschließungen führen zum Einbruch des europäischen Flugverkehrs

  • 24. März

    Einreisebeschränkungen für alle Non-Schengen-Staaten, Schließung des Terminal 2-Satelliten

  • 29. April

    Schließung des Terminals 1

  • 15. Juni

    Aufhebung der pauschalen Reisewarnungen für die EU- und die Schengenassoziierten Länder

  • 8. Juli

    Teilöffnung des Terminals 1

  • 25. Juli

    Eröffnung von Testzentren für ankommende Passagiere im MAC

  • 8. August

    Verpflichtende Tests für ankommende Passagiere aus Risikogebieten im nicht-öffentlichen Bereich

  • Ab Oktober

    Erhebliche Einschränkungen in vielen Ländern der EU sowie zahlreiche Reisewarnungen für touristische Ziele weltweit

  • 5. Oktober

    Einrichtung des Testzentrums »Test & Fly« für abfliegende Passagiere

  • 24. November

    Premiere von »Star Alliance Biometrics«, eines kontaktlosen und damit hygienischen Kontrollvorgangs mittels Gesichtserkennung

  • 1. Dezember

    Erneute Schließung des Terminals 1 und Reduzierung der Flugbewegungen auf Minimalbetrieb

Massive Rückgänge der Fluggastzahlen (Foto)

»Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass wir trotz einer Krise historischen Ausmaßes das Niveau eines 5-Star-Airports halten und schnell auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren können. Alle Mitarbeiter haben durch Umdenken, Flexibilität und Verzicht in dieser Umbruchsituation dazu beigetragen, das Unternehmen zu stabilisieren und den Qualitätsanspruch auch in dieser herausfordernden Zeit zu erfüllen.«

Andrea Gebbeken

Wegweiser für sicheres Reisen

Die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit, kurz EASA, nimmt den Münchner Flughafen im Juni in den Kreis der Pilotflughäfen auf, die beispielhaft für ein sicheres Reisen in Zeiten der Covid-19-Pandemie stehen. An diesen internationalen Airports sollen die von der EASA und der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC erarbeiteten Empfehlungen in vorbildlicher Weise umgesetzt werden.

Wegweiser für sicheres Reisen (Foto)
Covid-19 Testzentrum (Foto)

»Die Bewältigung der Corona-Krise ist ein Marathonlauf, der noch nicht zu Ende ist. Ein hoher Standard beim Gesundheitsschutz für Mitarbeiter und Kunden hat dabei oberste Priorität. Zweitens der geordnete Wiederanlauf des Betriebs. Drittens – und das ist mir als Finanzgeschäftsführer besonders wichtig – ein weiterhin konsequenter Sparkurs.«

Thomas Weyer

Die Krise managen

Vielseitig sind die durch die Corona-Pandemie entstandenen Herausforderungen für den Flughafen München. Die Flughafen München GmbH (FMG) bewältigt diese strukturiert und koordiniert, vor allem indem sie frühzeitig reagiert und bereits Ende Februar 2020 einen Corona-Sonderstab einrichtet. Der mit Führungskräften der relevanten Fachbereiche besetzte Krisenstab soll eine fortlaufende Lagebeurteilung sicherstellen. Auf Basis einer ganzheitlichen Risikobeurteilung entwickelt er Maßnahmen zur unternehmerischen Gefahrenvorsorge, gewährleistet die Aufrechterhaltung des Flughafenbetriebs und trifft alle notwendigen Vorbereitungen für den Wiederanlauf des Luftverkehrs.

  • Herunterfahren

    • Krisenorganisation etablieren
    • Mitarbeitergesundheit sicherstellen
    • Wirtschaftliche Auswirkungen minimieren
    • Betrieb herunterfahren und Maßnahmen zur Betriebssicherung einleiten
  • Stabilisieren

    • Flughafen im Minimalbetrieb
    • Betriebssicherheit und stabile Grundversorgung gewährleisten
    • Liquiditätsorientiertes Handeln
    • Fokus auf kritischen Prozessen
    • Vorbereitung des Wiederanlaufs
  • Hochfahren

    • Nach und nach Wiederanlauf des Luftverkehrs
    • Anpassung an veränderte Gegebenheiten
    • Strukturierte Nachbetrachtung

Gemeinsam gegen Corona

Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket zum Infektionsschutz reagiert der Münchner Flughafen auf die veränderten Rahmenbedingungen, um weiterhin ein sicheres Reisen zu gewährleisten. In den beiden Terminals werden Corona-Testzentren für Einreisende aus Risikogebieten eingerichtet. Das in einem zweiten Schritt im Oktober eröffnete Covid-19-Testzentrum »Test & Fly« für abfliegende Passagiere liefert die Ergebnisse von PCR-Tests bereits innerhalb von drei bis sechs Stunden. Mitte November erprobt die Lufthansa auf zwei täglichen Flügen zwischen München und Hamburg sogenannte »Tested Flights«. Passagiere und Crew werden unmittelbar vor Abflug mithilfe eines Antigen-Schnelltests getestet und dürfen nur mit einem negativen Testnachweis den Flug antreten.

Im Rahmen eines umfangreichen Hygiene- und Desinfektionskonzepts testet der Flughafen München innovative Techniken: zum Beispiel mobile Reinigungsroboter, die Flächen und Räume mit UV-Licht desinfizieren.

Gemeinsam gegen Corona (Foto)

Den Trend weiter beschleunigt

Die Krise wirkt wie ein Katalysator für den Umgang mit digitalen Tools: Waren es vor der Corona-Krise an einem normalen Arbeitstag noch 170, arbeiten nun an Spitzentagen bis zu 1.000 Beschäftigte im Homeoffice und nutzen digitale Konferenz- und Organisationstools.

#wecare

  • 6.890 Abstandsmarkierungen auf Sitzflächen
  • 870 Hygieneschutzwände
  • Auf 50 % reduzierte Kapazität bei Bustransfers
  • 9.180 Bodenmarkierungen
  • 580 Hygienehinweise in Sanitäranlagen
  • 140 Desinfektionsmittelspender an wichtigen Kontaktpunkten in den Terminals
  • Alle 15 Minuten mehrsprachige Durchsagen mit Hygienehinweisen
  • 640 digitale Anzeigen mit Hygienehinweisen

Teilen Sie diesen Bericht auf Social Media:

Stakeholder-Befragung

Wir freuen uns auf Ihr Feedback zum integrierten Bericht 2020.

Zur Befragung